Ärzte Zeitung, 13.09.2007

Op bei Divertikulose wann? Da gibt’s Ermessungsspielräume

Bei wiederholter Divertikulitis wird Op empfohlen / Vor längeren Auslands-Aufenthalten sollte Indikation geprüft werden / Alarmzeichen Stenose

BERLIN (gvg). Kommt es bei Divertikulose zu einer Entzündung, muss nicht immer sofort operiert werden. Reisepläne der Patienten allerdings sollten Anlass zum Handeln sein.

"Bei Patienten mit Divertikulose empfehlen wir eine Operation, wenn es wiederholt zu Divertikulitis-Episoden kommt", sagte Professor Reinhard Büchsel von den DRK-Kliniken Berlin-Westend. Bei der Frage, nach wie vielen solcher Episoden operiert werden sollte, gebe es aber Ermessensspielräume, so Büchsel. So könne auch nach zwei, drei oder gar vier Divertikulitis-Episoden auf eine Op verzichtet werden - wenn gewährleistet sei, dass gegebenenfalls bei erneuten Beschwerden innerhalb von drei bis vier Tagen operiert werden könne.

"Wenn allerdings Reisen geplant sind oder längere Auslandsaufenthalte bevorstehen, sollte schon operiert werden", sagte Büchsel auf dem Charité Fortbildungsforum - Deutscher Ärztekongress in Berlin. Denn es gilt zu verhindern, dass bei einer erneuten Episode Komplikationen auftreten, die lebensbedrohlich sein könnten, wenn eine rasche Op nicht möglich ist.

Eine Divertikulose ohne Entzündung sei dagegen keine Op-Indikation, so Büchsel. Eine Ausnahme ist allerdings die stenosierende Divertikulose. "Hier muss unbedingt operiert werden, weil ein bösartiger Tumor nie ausgeschlossen werden kann", so der Experte. Auch ein scheinbar tumorfreier Befund in der CT verschafft in dieser Situation keine Ruhe: Die Aussagekraft der CT bei Divertikulose ist stark verringert.

Standardeingriff bei Divertikulose sei heute die laparoskopische Resektion des Sigmas. Die operationsbedingte Sterblichkeit liege dabei bei unter einem halben Prozent, so Büchsel.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »