Ärzte Zeitung, 20.09.2007

Kapsel-Endoskopie spürt Zöliakie auf

Hohe Treffsicherheit bei Zottenatrophie / Studie mit 43 Patienten

MAILAND (ikr). Bei Patienten mit Zöliakie-Verdacht lässt sich auch nicht-invasiv zuverlässig klären, ob eine Zottenatrophie vorliegt. In einer Multicenter-Studie hat sich die Kapsel-Endoskopie jetzt als sehr treffsichere Methode erwiesen.

Die Kapsel mit Video-Kamera hat die Diagnostik bei Erkrankungen des Dünndarms verbessert. Foto: ÄZ / Given Imaging

In der Studie war der histologische Befund bei elf der ingesamt 43 Patienten normal. Bei 32 Patienten wurde eine Zöliakie diagnostiziert. Von diesen wurden 28 auch mit der Kapsel-Endoskopie entdeckt, das heißt die Sensitivität der Methode lag bei 87,5 Prozent.

Als besonders treffsicher erwies sich die Methode bei den 28 Patienten mit starken Zottenläsionen. Die Spezifität betrug 91 Prozent: Es wurde nur ein Patient mit Kapsel-Endoskopie als krank eingestuft, obwohl er keine Zöliakie hatte. Die Arbeitsgruppe um Dr. Emanuele Rondonotti aus Mailand hat Patienten untersucht, bei denen aufgrund der Symptome und der Laborwerte Verdacht auf Zöliakie bestand (Am J Gastroenterol 102, 2007, 1624).

Die Patienten unterzogen sich einer Endoskopie des oberen Gastrointesinaltraktes - wie es derzeit Standard ist - und zum Vergleich zusätzlich einer Kapsel-Endoskopie. Hierbei sendet eine geschluckte Kapsel mit miniaturisierter Video-Kamera Bilder aus dem Dünndarm. Die Ergebnisse der Duodenumbiopsien wurden mit den Kapselbefunden verglichen. Jene wurden nach dem Vorhandensein von Läsionen bewertet, die mit denen bei Zöliakie übereinstimmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »