Ärzte Zeitung, 03.12.2007

Macrogol bei Dauer-Obstipation bewährt

Elektrolytlösungen sind dosisabhängig gut steuerbar und gut verträglich  / Ballaststoffe sind weitere Therapieoption

NÜRNBERG (eim). Zu den häufigsten Beschwerden bei alten Menschen gehören Obstipationen. Mehr als 50 Prozent der Patienten ab 65 Jahre erhalten in Pflegeheimen oder Krankenhäusern Laxanzien wegen chronischer Obstipation. Bewährt haben sich hierfür Macrogol-Elektrolytlösungen.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Therapie bei alten Menschen mit Obstipation nicht von der bei Jüngeren. Daran erinnerte Dr. Ahmed Madisch von der Universitätsklinik Dresden bei einer von Falk Foundation unterstützten Veranstaltung in Nürnberg. Allgemeine Maßnahmen sind ein Toilettentraining, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine faserreiche Kost, die etwa 25 bis 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag enthält. Zwei Scheiben Vollkornbrot (100 g) enthalten etwa 8,4 g Ballaststoffe, und eine Portion Müsli (50 g) enthält 5 g.

Nutzen ist in kontrollierten Studien belegt.

Laxans der ersten Wahl seien PEG-(Macrogol)-Elektrolytlösungen, da sie dosisabhängig gut steuerbar sind und wenig unerwünschte Wirkungen haben. Das ist in kontrollierten Studien belegt, wie Madisch berichtete. Auch sinnvoll sind Ballaststoffe, vor allem die wasserlöslichen Gelbildner wie die Flohsamenschalen, da sie kaum blähen.

Ebenfalls ein häufiges Problem im höheren Lebensalter ist die Stuhlinkontinenz. Die Therapie richtet sich im Wesentlichen nach den Symptomen. Madisch schlägt vor, mit allgemeinen Maßnahmen wie Aufklärung, Ernährungsberatung, Stuhlregulierung und Toilettentraining zu beginnen. Abführmittel helfen dabei, dass der Stuhl zu einer festen Zeit entleert wird. Weiter empfiehlt er eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Bewegung. Bei einigen Patienten ist auch die Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation und Biofeedbackmethode effektiv. Erst wenn alle konservativen Möglichkeiten erschöpft sind, sollte über eine Operation nachgedacht werden.

[03.12.2007, 16:59:46]
Dr. Hans-Jörg Hahn 
dr.hahn
es wird zu wenig wert gelegt auf ev. vorhandene reflux beschwerden,die bei einer r-ösophagitis sich verschlimmern können zum Beitrag »

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