Ärzte Zeitung, 05.03.2010
Täglich ein Gläschen Wein schützt das Herz - und die Leber
Moderater Weinkonsum ist empfehlenswert für Menschen mit
kardiovaskulären Risikofaktoren. Auch ihre Leber wird dadurch nicht
geschädigt - im Gegenteil.

Wein in Maßen schützt nicht nur das Herz, sondern auch die Leber. © Monkey Business / fotolia.com
BERLIN (sir). Positive Auswirkungen von moderatem Weingenuss
auf die Leber legt eine Auswertung von Daten des Studienkollektivs von
NHANES-III hinsichtlich Alkoholkonsum und Leberwerten nahe, die beim
Internisten Update in Berlin vorgestellt wurde. Dabei wurden erhöhte
Leberwerte (ALAT/GPT) als Marker für das Vorliegen einer
Nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) betrachtet, wenn andere
Ursachen ausgeschlossen werden konnten.
7211 der 17 763
Teilnehmer von NHANES-III gaben an, vollständig alkoholabstinent zu
leben, 945 erfüllten die Kriterien des moderaten Weinkonsums. Alle
übrigen tranken mehr Alkohol, oder es waren für sie keine
Laborparameter für die Leberfunktion (ALAT/GPT) verfügbar.
Die Auswertung der Daten ergab - je nach Berechnungsmethode - eine
NAFLD bei 3,2 Prozent der Abstinenten versus 0,4 Prozent der moderaten
Weintrinker oder aber bei 14 Prozent der Abstinenten versus 9 Prozent
der moderaten Weintrinker. In jedem Falle entwickelten also mehr
Nichttrinker eine NAFLD als moderate Weinkonsumenten. Auch weitere
Faktoren wie Alter, Geschlecht, körperliche Aktivität, BMI, Blutdruck
und manifester Diabetes mellitus änderten an dem Nutzen des moderaten
Weintrinkens nichts.
Einziger Wermutstropfen: Moderater Weinkonsum wurde hier als das
Trinken von maximal 0,1 Liter Wein täglich oder maximal einer
0,7-Liter-Flasche wöchentlich definiert, das entspricht unter 10 Gramm
Alkohol pro Tag. Größere Alkoholmengen helfen der Leber nicht, wie
allseits bekannt.
ALAT = Alanin-Amino-Transferase, früher Serum-Glutamat-Pyruvat-Transaminase (SGPT)

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