Ärzte Zeitung, 18.05.2011

Erfolg einer Lebertransplantation hängt von Genen ab

Bei Lebertransplantation wegen chronischer Hepatitis C entscheiden die Varianten des IL28B-Gens mit darüber, ob es zu einer Entzündung des Transplantats kommt.

BERLIN (hub). Forscher der Charité Berlin haben bei 183 Patienten, die eine Lebertransplantation aufgrund einer chronischen Hepatitis C erhielten, das IL28B-Gen typisiert. Das Gen codiert für Interferone und liegt als G-Allel oder als T-Allel vor.

605 Leber-Biopsien wurden im Zeitraum von sechs Monaten bis zu zehn und mehr Jahren nach erfolgter Lebertransplantation vorgenommen (Liver Transpl 2011; 17: 289).

56 von 159 Patienten konnten erfolgreich mit einer Interferon-basierten antiviralen Therapie behandelt werden. Das G-Allel war dabei ein Prädiktor für eine erfolglose antivirale Therapie. Das T-Allel wiederum war häufiger vorhanden in der Gruppe jener Patienten mit einer geringen Transplantat-Entzündung.

Fibrosegrad hängt nicht von den IL28B-Allelen ab

Die Forscher fanden durch die Untersuchung der Biopsate auch heraus, dass der Fibrosegrad nicht von den IL28B-Allelen abhängt.

Der IL28B-Polymorphismus könnte künftig helfen, Patienten zu identifizieren, die eine schwere Transplantat-Hepatitis entwickeln. Die Kenntnis der Gen-Varianten könnte zudem helfen, Therapien zügig anzupassen.

Bisher war bekannt, dass der Polymorphismus des IL28B-Gens die Ansprechraten einer Standardtherapie plus Proteasehemmer bei Hepatitis C beeinflussen kann (wir berichteten). Über eine Typisierung vor der Therapie wird diskutiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »