Ärzte Zeitung, 09.05.2012

NSAR-Zäpfchen schützen vor Post-ERCP-Pankreatitis

Mit einem Indometacinzäpfchen lässt sich das Risiko, nach einer ERCP an einer Pankreatitis zu erkranken, deutlich senken. Eine entsprechende Studie ist nun abgebrochen worden - wegen Erfolgs.

Von Robert Bublak

ANN ARBOR / MICHIGAN. US-Gastroenterologen um Joseph Elmunzer von der University of Michigan, Ann Arbor, hatten für ihre Untersuchung Patienten gewonnen, die sich einer endoskopischen retrograden Cholangiopankreatografie (ERCP) unterziehen mussten und ein erhöhtes Risiko aufwiesen, danach eine Pankreatitis zu entwickeln (N Engl J Med 2012; 366: 1414-1422).

Beispielsweise bestand bei 82 Prozent der Probanden der klinische Verdacht auf eine Dysfunktion des Sphincter Oddi - sie wiesen unter anderem typische Schmerzen und erhöhte Werte der Leber- beziehungsweise Pankreasenzyme auf.

Unmittelbar nach der ERCP erhielten die Patienten randomisiert entweder ein Zäpfchen mit 100 mg Indometacin oder ein Placebo.

Eine Interimsanalyse der Ergebnisse für die ersten 600 Patienten ergab derartige Vorteile für die NSAR-Gabe, dass die Studie daraufhin abgebrochen wurde.

9,2 Prozent der Patienten, die nach der ERCP Indometacin bekommen hatten, entwickelten eine Pankreatitis; in der Placebogruppe waren es 16,9 Prozent (p = 0,005). Das relative Risiko sank damit um knapp die Hälfte (46 Prozent).

Auch Patienten ohne Dysfunktion des Sphincter Oddi könnten profitieren

Um eine Post-ERCP-Episode zu verhindern, mussten 13 Patienten behandelt werden (Number Needed to Treat). Mäßige oder gar schwere Pankreatitiden ereigneten sich bei 8,8 Prozent (Placebo) beziehungsweise 4,4 Prozent (Indometacin) der Patienten (p = 0,03).

In der Tendenz bewährte sich die Indometacingabe auch bei jenen Patienten, bei denen es keine Anhaltspunkte für eine Dysfunktion des Sphincter Oddi gab.

Die Pankreatitisraten lagen hier bei 8,5 Prozent für Indometacin und 20 Prozent für Placebo. Die Differenz war mit einem p-Wert von 0,11 aber nicht signifikant.

Dass sich die ERCP durch die Gabe von Zäpfchen mit 100 mg Indometacin drastisch verteuert, steht nicht zu befürchten: Die Einzeldosis schlägt laut Roter Liste mit rund 50 Cent zu Buche.

Quelle: www.springermedizin.de

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