Im Vergleich zu jüngeren Spendern

Leberspenden Hochbetagter bringen kürzeres Überleben

Bei der Organallokation einer Leberspende sollte ein schlechteres Überleben alter und hochbetagter Organe berücksichtigt werden. Das legen Daten von über 18.000 Lebertransplantationen nahe.

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MÜNCHEN. Nach wie vor gibt es nur wenige Daten zu Grenzen der Organakzeptanz sowie Leitlinien zu Selektionskriterien und zusätzlichen spender- und empfängerseitigen Risikofaktoren bei Transplantation von Lebern hochbetagter Spender.

Deshalb hat das Team um Dr. Sebastian Pratschke vom Klinikum der LMU München geprüft, ob diese Organe ein ähnlich langes Überleben haben wie Organe jüngerer Spender.

In einem Kooperationsprojekt mit Eurotransplant und dem Institut für Statistik der LMU München wurden Daten aller Lebertransplantationen zwischen den Jahren 2000 und 2014 erfasst.

Ausschlusskriterien waren die Transplantation von Organen aus non-heart-beating-Spendern sowie ein Alter unter 16 Jahren beim Spender und Empfänger.

Insgesamt wurden die Daten von 18.075 Lebertransplantationen analysiert, berichten Pratschke und sein Team aus Anlass des Chirurgenkongresses in München.

Unterschiede im Langzeitverlauf

334 Organe seien von über 80-jährigen, also hochbetagten Spendern gekommen. Der Anteil hochbetagter Organspender sei von 0,1 Prozent (n = 1) im Jahr 2000 auf 3,4 Prozent (n=45) im Jahr 2013 gestiegen.

Das Spenderalter hatte dabei keinen Einfluss auf das Organüberleben innerhalb der ersten 90 Tage nach Transplantation, berichten die Forscher.

Im Langzeitverlauf sei aber das Überleben umso schlechter gewesen, je älter der Spender war: Es lag - im Median - bei 2811 Tagen bei Spendern im Alter zwischen 16 und 60 Jahren, bei 1989 Tagen bei 60- bis 80-jährigen Spendern und bei 1179 Tagen bei Organen, die von über 80-jährigen gespendet worden waren.

Durch die Analyse von Risikofaktoren aufseiten von Spender und Empfänger könnten Organe hochbetagter Spender potenziell effizienter transplantiert und könnte so das Überleben dieser Organe verbessert werden, so die Forscher.

Eine Analyse dieser Risikofaktoren werde anhand der von den 18.075 Spendern vorliegenden Daten derzeit vorgenommen. (mal)

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