Ärzte Zeitung, 15.03.2005

Kapsel-Endoskopie optimiert die Wahl der Crohn-Therapie

Deutsche Studie bestätigt Nutzen der Zusatz-Diagnostik

BERLIN (mal). Deutsche Forscher haben in einer prospektiven Studie den Nutzen der Kapsel-Endoskopie zur ergänzenden Diagnostik bei Morbus Crohn bestätigt. Bei zehn von 41 so untersuchten Patienten wurde aufgrund der Befunde die Therapie verändert. Ihre Beschwerden besserten sich daraufhin.

Nur 26 mm lang und 11 mm im Durchmesser: So klein ist die Kapsel zur Dünndarm-Diagnostik. Foto: ÄZ

In ihre Studie haben Kollegen um Dr. Winfried A. Voderholzer von der Charité in Berlin 56 Morbus-Crohn-Kranke aufgenommen.

Alle Patienten wurden mit Ösophagogastroduodenoskopie und Ileo-Koloskopie untersucht. Ferner bekamen alle ein Enteroklysma nach Sellink, die Aufnahmen erfolgten mit CT. Bei 41 Studienteilnehmern (73 Prozent) ohne erkennbare Stenose in den CT-Bildern (Darmlumen von weniger als 1cm Durchmesser) fand zusätzlich eine Kapsel-Endoskopie statt. 33 von ihnen hatten einen Crohn-Schub, acht waren in Remission (Gut 54, 2005, 369).

Für die Untersuchung des Jejunums und des proximalen Ileums brachte die Kapsel-Endoskopie im Vergleich zum Enteroklysma/CT signifikante Vorteile: Mit der Kapsel wurden in diesen Darmabschnitten bei 25 Patienten (61 Prozent) Morbus-Crohn-verdächtige Befunde entdeckt, mit Enteroklysma/CT nur bei zwölf Patienten (29 Prozent). Von besonderem Nutzen war die Kapsel-Endoskopie dabei zur Diagnostik kleiner Mukosa-Läsionen, etwa aphthöser Ulzerationen oder Erosionen.

Für die Diagnostik im terminalen Ileum oder - nach einer Resektion - im neoterminalen Ileum brachte die Kapsel dagegen keinen signifikanten Vorteil. Bei zehn mit der Kapsel untersuchten Patienten hatte die Kapsel wegen der begrenzten Lebensdauer der Batterie aus diesem Darmteil keine Bilder geschickt. Von den acht Crohn-Patienten in Remission hatten zwei im Duodenum Läsionen, sechs im Dünndarm und sieben im terminalen Ileum.

Bei zehn Crohn-Patienten sei aufgrund der Befunde der Kapsel-Endoskopie die Therapie gewechselt worden, etwa von einer Behandlung mit Arzneien, die erst im terminalen Ileum freigesetzt werden, auf eine systemische Therapie, berichten die Forscher. Alle Patienten, bei denen die Behandlung umgestellt wurde, hatten danach weniger Beschwerden.

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