Ärzte Zeitung, 23.09.2005

Wurmeier und Harz-Extrakt bereichern Therapie

Patienten fragen nach Alternativen / Biologische Zusatz-Therapien können Remissionen induzieren

Viele Patienten mit M. Crohn oder Colitis ulcerosa interessieren sich für Alternativen zur Standardtherapie. Dazu gehören die Therapie mit Eiern des Schweine-Peitschenwurmes Trichuris suis, mit Phosphatidylcholin oder einem Extrakt aus dem Harz des Weihrauchbaums.

Ein Schweine-Peitschenwurm schlüpft aus seinem Ei. Foto: Ovamed

Nach bisherigen Ergebnissen kann die Wurmeier-Therapie bei Colitis-ulcerosa-Patienten, die oft schon behandelt sind, die Krankheitsaktivität stärker mindern als Placebo.

Zur Therapie wird eine Lösung mit 2500 Wurmeiern geschluckt. Die Eier greifen im Darm regulierend in gestörte Immunreaktionen ein, so die derzeit favorisierte Theorie. Da die Eier im menschlichen Darm nur etwa 14 Tage überleben und dann ausgeschieden werden, muß die Therapie regelmäßig wiederholt werden.

Bei Colitis ulcerosa wird derzeit die Therapie mit dem Phospholipid Phosphatidylcholin erforscht. In einer Studie erhielten 60 Colitis-Patienten drei Monate täglich oral ein verzögert freigesetztes Phosphatidylcholin-Präparat (Sterpur P-30) oder Placebo.

Mit Verum ging die Krankheitsaktivität bei 90 Prozent der Patienten zurück, 16 der 30 Patienten waren symptomfrei. Mit Placebo hatte sich die Krankheitsaktivität bei nur drei Patienten verringert; sie waren nach drei Monaten auch symptomfrei.

Bei Crohn-Schüben kann ein Extrakt (H 15) aus dem Harz des indischen Weihrauchbaumes Boswellia serrata Remissionen ähnlich effektiv induzieren wie Mesalazin. Die Zusatztherapie mit H 15 kann es ermöglichen, die Dosis etwa von Steroiden oder Salizylaten zu reduzieren. (mal)

H 15 Gufic ist in Deutschland nicht zugelassen. Wird es verordnet, können Apotheker das Präparat bei der Beniform Arzneimittel Vertriebs-GmbH in Freiburg bestellen unter Tel.: 07 61 / 49 09 - 123.

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