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Rauchen oder nicht - das ist die Frage bei CED

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Was Männern mit Colitis ulcerosa anscheinend gut tut - Rauchen nämlich - verschlechtert den Zustand von Frauen mit Morbus Crohn. Darauf wies in Köln Privatdozent Dr. Ulrich Böcker aus Mannheim hin und empfahl seinen Kollegen, vor allem Crohn-Patienten eindringlich vom Rauchen abzuraten.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen nehmen zu

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen nehmen in einem Umfang zu, der sich nicht mit genetischen Faktoren erklären läßt. Zudem kommen sie vor allem in westlichen Industrieländern vor. Dies spricht dafür, daß Umweltfaktoren und Genußgifte wie Tabak und Alkohol den Krankheitsprozeß beeinflussen. Der Einfluß dieser Genußgifte auf Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist jedoch alles andere als einheitlich - weshalb, ist bisher unbekannt.

Gemeinsam ist beiden Erkrankungen, daß sich die Kombination aus Nikotin und Alkohol negativ sowohl auf das Neuerkrankungsrisiko als auch auf den Verlauf auswirkt. Bei Menschen allerdings, die nur Alkohol trinken, findet man eine geringere Inzidenz für Colitis ulcerosa, dies gilt jedoch nicht für Morbus Crohn.

Kaffee beeinflußt offenbar das Auftreten von CED nicht, kann aber eine klinische Verschlechterung herbeiführen. "Insgesamt sind diese Daten aber noch sehr unklar", erläuterte Böcker.

Auch eine Cochrane-Metaanalyse verschaffte bisher keine stabilere Wissensbasis: Rauchen erhöht das Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken, auf das Zweifache. Das Colitis-ulcerosa-Risiko sinkt hingegen auf 0,41.

Bei Morbus Crohn hat Rauchen nur negative Effekte: Die Krankheit verläuft bei Rauchern schwerer, mit häufigeren Rezidiven und vor allem bei Frauen mit stärker eingeschränkter Lebensqualität. Lediglich die Operationshäufigkeit wird nicht beeinflußt. Auch das Ansprechen auf eine Therapie mit Infliximab ist möglicherweise abhängig von den Rauchgewohnheiten; hier widersprechen sich allerdings zwei Studien.

In der einen Studie, in der Morbus Crohn-Patienten auf Zigaretten verzichteten, verbesserte dies ihre Situation deutlich. An der Untersuchung nahmen 59 MC-Patienten teil, die längerfristig mit dem Rauchen aufhörten. Hier kam es zu signifikanten Verbesserungen hinsichtlich der Zahl der akuten Schübe, des Steroidbedarfs und der Notwendigkeit, Immunsuppressiva einzusetzen. Nur die Operationsbedürftigkeit änderte sich in dieser Untersuchung nicht.

Im American Journal of Surgery erschien im vergangenen Jahr eine Arbeit, in der eine signifikante Senkung der Operationshäufigkeit durch Tabakabstinenz erreicht werden konnte. Derartige Erfolgsmeldungen könnten die betroffenen Patienten vielleicht zur Entwöhnung motivieren - wenn sie denn wüßten, wie schädlich Rauchen bei ihrer Erkrankung ist.

Tabakabstinenz erhöht das Erkrankungsrisiko bei Colitis

Ganz anders ist die Situation bei Colitis ulcerosa: Einerseits erhöht Tabakabstinenz hier das Erkrankungsrisiko und verschärft den Verlauf. Selbst bei Ex-Rauchern steigt die Krankheitsaktivität innerhalb von drei Jahren an, ebenso die Hospitalisierungsrate. Andererseits leiden die Nichtraucher unter den Colitis ulcerosa-Patienten jedoch weniger unter Herz- und Gefäßerkrankungen sowie unter tabakabhängigen Krebsleiden. (miz)

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