Colitis ulcerosa / Morbus Crohn

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Ärzte Zeitung, 15.09.2006

Neue Option bei Colitis ulcerosa: Lecithin

Bei Colitis-Patienten ist der Lecithingehalt in der Darmschleimhaut stark verringert

HANNOVER (otc). Zu einer neuen Therapie-Option bei Colitis ulcerosa (CU) könnte sich Phosphatidylcholin (Lecithin) entwickeln. Erste Studienergebnisse, die gestern auf dem Gastroenterologen-Kongreß in Hannover vorgestellt wurden, belegen ein gutes Ansprechen bei chronisch-aktiver CU.

Kollegen um Professor Wolfgang Stremmel vom Uniklinikum Heidelberg entdeckten den Phosphatidylcholin-Effekt in einer Placebo-kontrollierten Studie mit 60 Patienten.

Die Patienten mit chronisch-aktive, nicht steroidabhängiger Colitis ulcerosa nahmen drei Monate lang entweder pro Tag 6 g eines verzögert freigesetzten Phosphatidylcholin-Präparats (Sterpur P-30) ein oder Placebo.

Bewertet wurde das Ansprechen auf die Therapie (klinische Remission) anhand des klinischen Aktivitäts-Index (clinical activity index, CAI). Ein CAI von 3 oder weniger wurde als klinische Remission gewertet. Als Ausgangswert hatten die Patienten im Median einen CAI von 10 (7 bis 12).

Das Ergebnis: In der Verum-Gruppe wurde bei 16 Patienten (53 Prozent) eine klinische Remission induziert, in der Placebo-Gruppe dagegen nur bei drei (zehn Prozent). Eine relative Besserung des CAI um 50 Prozent wurde bei 27 Patienten (90 Prozent) in der Verum-Gruppe, aber nur bei drei (zehn Prozent) in der Placebo-Gruppe beobachtet.

Phosphatidylcholin (PC) ist ein wichtiger Bestandteil ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembran auch der Darmschleimhaut. Es bildet gemeinsam mit anderen Phospholipiden eine schützende hydrophobe Barriere gegen Bakterien. Bei Patienten mit CU sei ein um bis zu 70 Prozent geringerer PC-Gehalt nachgewiesen worden, sagte Stremmel.

Dieser Mangel und damit eine gestörte Schleimhaut-Barriere gilt als eine mögliche Ursache für die Entzündung bei CU. So kamen die Heidelberger Kollegen auf die Idee, den Effekt einer oralen Therapie mit PC zu prüfen.

Infos zum Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: www.dgvs.de

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