Neue Option bei Colitis ulcerosa: Lecithin

HANNOVER (otc). Zu einer neuen Therapie-Option bei Colitis ulcerosa (CU) könnte sich Phosphatidylcholin (Lecithin) entwickeln. Erste Studienergebnisse, die gestern auf dem Gastroenterologen-Kongreß in Hannover vorgestellt wurden, belegen ein gutes Ansprechen bei chronisch-aktiver CU.

Veröffentlicht:

Kollegen um Professor Wolfgang Stremmel vom Uniklinikum Heidelberg entdeckten den Phosphatidylcholin-Effekt in einer Placebo-kontrollierten Studie mit 60 Patienten.

Die Patienten mit chronisch-aktive, nicht steroidabhängiger Colitis ulcerosa nahmen drei Monate lang entweder pro Tag 6 g eines verzögert freigesetzten Phosphatidylcholin-Präparats (Sterpur P-30) ein oder Placebo.

Bewertet wurde das Ansprechen auf die Therapie (klinische Remission) anhand des klinischen Aktivitäts-Index (clinical activity index, CAI). Ein CAI von 3 oder weniger wurde als klinische Remission gewertet. Als Ausgangswert hatten die Patienten im Median einen CAI von 10 (7 bis 12).

Das Ergebnis: In der Verum-Gruppe wurde bei 16 Patienten (53 Prozent) eine klinische Remission induziert, in der Placebo-Gruppe dagegen nur bei drei (zehn Prozent). Eine relative Besserung des CAI um 50 Prozent wurde bei 27 Patienten (90 Prozent) in der Verum-Gruppe, aber nur bei drei (zehn Prozent) in der Placebo-Gruppe beobachtet.

Phosphatidylcholin (PC) ist ein wichtiger Bestandteil ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembran auch der Darmschleimhaut. Es bildet gemeinsam mit anderen Phospholipiden eine schützende hydrophobe Barriere gegen Bakterien. Bei Patienten mit CU sei ein um bis zu 70 Prozent geringerer PC-Gehalt nachgewiesen worden, sagte Stremmel.

Dieser Mangel und damit eine gestörte Schleimhaut-Barriere gilt als eine mögliche Ursache für die Entzündung bei CU. So kamen die Heidelberger Kollegen auf die Idee, den Effekt einer oralen Therapie mit PC zu prüfen.

Infos zum Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: www.dgvs.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Weizen und Gluten entstigmatisieren

Reizdarmsyndrom: Ist die Glutensensitivität ein Nocebo-Phänomen?

Kolektomie

Chirurgie bei CED: Ist die Segmentresektion eine Option?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Symptomverbesserung unter Upadacitinib zu Woche 8 und 52

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [2]

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Erste Real-World-Daten bei Colitis ulcerosa und neue Langzeitdaten bei Morbus Crohn zu Upadacitinib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Wiesbaden
Abb. 1: Sequenzierung einer Biologika-Therapie bei MC: Effektivität von VDZ in Abhängigkeit der Therapielinie

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Frühe versus personalisierte Therapie bei Morbus Crohn

Führt mehr als ein Weg zu einem besseren Behandlungsergebnis?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG, Berlin
Abb. 1: Post-hoc-Analyse der SELECTION-Studie: Remission in Woche 58 mit 200mg Filgotinib

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9, 13]

Einsatz von Filgotinib bei Colitis ulcerosa

Langfristiges Therapieziel: Lebensqualität verbessern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Galapagos Biopharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen

Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!