Ärzte Zeitung, 13.02.2007

Crohn-Colitis-Arznei wirkt auch bei schmerzhafter Divertikulitis

120 Divertikulitis-Patienten erhielten in Studie die 5-Aminosalizylsäure Mesalazin

LEIPZIG (scho). Patienten mit schmerzhafter Divertikulitis profitieren von einer Behandlung mit der 5-Aminosalizylsäure Mesalazin. Neue Studienergebnisse belegen, dass Patienten mit dieser Therapie signifikant schneller schmerzfrei sind als Patienten mit Placebo.

Hoch rot sind Ausstülpungen und Darmwand bei Divertikulitis. Foto: Albertinen-Krks, Hamburg; www.endoskopiebilder.de

5-Aminosalizylsäure ist in der Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen bereits seit Langem etabliert. Nach neuen Studienergebnissen könnte die 5-Aminosalicylsäure Mesalazin auch Patienten mit Divertikulitis helfen. Mesalazin hat eine breite antiinflammatorische Aktivität. Über mehrere Mechanismen hemmt es entzündliche Prozesse in der Darmwand, weshalb ein Einsatz des Medikamentes bei der Divertikulitis gerechtfertigt erscheint.

Primärer Studienendpunkt war die Minderung der Schmerzen

Professor Wolfgang Kruis vom Evangelischen Krankenhaus Kalk in Köln konnte in einer kontrollierten Studie belegen, dass Patienten mit schmerzhafter Divertikelkrankheit von einer Therapie mit Mesalazin profitieren. Über 120 Patienten erhielten 42 Tage lang entweder Mesalazin, dreimal täglich 1 g, oder Placebo. Primärer Endpunkt der Studie war die Minderung der Schmerzen. Bei konsequenter Einhaltung der Therapie waren die Patienten der Verum-Gruppe signifikant schneller schmerzfrei als die der Placebo-Gruppe. Und mit Verum gab es nach einem Monat weniger Beschwerden.

Auf dem XIV. Leipziger Gastroenterologischen Seminar plädierte Kruis dafür, bei unkomplizierten Divertikulitis-Attacken - also etwa ohne hochgradige Stenose oder Abszess - je nach Schweregrad ambulant oder stationär mit Antibiotika und Spasmolytika zu behandeln. Nahrungskarenz oder Flüssigkost sind unerlässlich. Auch Mesalazin habe in dieser Situation therapeutische Effekte, betonte Kruis auf der von der Falk Foundation unterstützten Veranstaltung.

Dauertherapie oder Operation?

Bei wiederholten Attacken müsse zwischen Op und medikamentöser Dauertherapie entschieden werden. Letztere umfasst die monatliche Verordnung eines Antibiotikums für eine Woche sowie gegebenenfalls zusätzlich Mesalazin (vom Unternehmen als Salofalk® angeboten) für einige Wochen. Außerdem sollten die Patienten ballaststoffreich essen. Auch Quellstoffzusätze, vor allem in Form von Plantago, seien hilfreich. So könnten weitere Attacken, Komplikationen und eine Op vermieden werden, erklärte Kruis.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »