M. Crohn bei Kindern - bei Verdacht erst Stuhltest, dann Endoskopie

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FREISING (wst). Morbus Crohn tritt immer öfter und früher auf. In der Gruppe der Patienten bis 18 Jahre sind etwa 40 Prozent jünger als 10 Jahre. Selbst Säuglinge können erkrankt sein. Bei Verdacht hilft ein Stuhltest weiter. Eine wichtige Therapie-Option ist die Ernährungstherapie, auch in Kombination mit Immunsuppressiva und Infliximab, das für Kinder ab sechs Jahren zugelassen ist.

Eine Ärztin untersucht den Bauch eines Jungen. Bei anhaltenden Beschwerden ist auch eine CED möglich.

Eine Ärztin untersucht den Bauch eines Jungen. Bei anhaltenden Beschwerden ist auch eine CED möglich.

© Foto: Klaro

Hinweise auf eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit (CED) bei Kindern können Appetitmangel, Gedeihstörungen, anhaltende oder rezidivierende Bauchschmerzen und Durchfälle sein. Gestützt wird der Verdacht durch Nachweis von Entzündungsmarkern wie beschleunigte BSG und auffällige CRP-Werte oder eine Eisenmangelanämie.

Mit einem handelsüblichen Test sollte dann nach erhöhten Calprotectin-Konzentrationen im Stuhl gefahndet werden, sagte Professor Sibylle Koletzko vom Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München. Ein positives Ergebnis, das in einem zweiten Test nach acht Wochen bestätigt wird, ist ein hoch sensitiver und spezifischer Indikator für eine CED, sagte Koletzko auf einer von Essex ausgerichteten Veranstaltung in Freising. Eine Endoskopie in einem auf Kinderuntersuchungen eingerichteten Zentrum ist dann notwendig.

Zwei Drittel aller an Morbus Crohn erkrankten Kinder werden mit einer Ernährungstherapie und einer individuell angepassten Immunsuppression befriedigend bis gut behandelt, sagte Koletzko. Allerdings spricht ein Drittel auf solche Therapien nicht ausreichend an.

Für viele dieser Kinder und Jugendlichen ist Infliximab (Remicade®), das inzwischen für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr zugelassen ist, eine vielversprechende Option.

Die Häufigkeit von Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdreifacht. In den Indu-trienationen wird inzwischen bei etwa jedem 1000. Menschen bis zum Erwachsenenalter mit der Manifestation einer CED gerechnet. Als Grund wird, ähnlich wie bei Allergien, vor allem eine immer geringere Konfrontation mit Erregern und natürlichen Noxen diskutiert, die das Immunsystem prägen (Hygienehypothese).

Bei Kindern wird oft noch nicht rasch genug an die Möglichkeit einer chronisch-entzündlichen Darmkrankheit gedacht. Das wäre aber wichtig, weil gerade eine frühe Crohn-Manifestation häufig durch einen besonders aggressiven Verlauf gekennzeichnet ist.

Weitere Informationen zu Morbus Crohn: www.aerztezeitung.de

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