Colitis ulcerosa / Morbus Crohn

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Ärzte Zeitung, 26.09.2008

Engagement für die Patienten

"Gemeinsam gegen Crohn & Colitis" - so wird die Versorgung CED-Kranker besser

Morgen ist der 11. Deutsche Crohn / Colitis-Tag. Er wird dieses Jahr - eine Premiere - von der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) und dem Kompetenznetz Darmerkrankungen gemeinsam veranstaltet.

Von Marlinde Lehmann

"Gemeinsam gegen Crohn & Colitis" - so wird die Versorgung CED-Kranker besser

Ein Poster - etwa fürs Wartezimmer - weist auf die neue Kooperation hin.

Unter dem Titel "Gemeinsam gegen Crohn & Colitis" stellen das Kompetenznetz Darmerkrankungen und die DCCV die Ziele ihrer im Januar 2008 gestarteten Kooperation, die mit dem Crohn / Colitis-Tag ausgebaut wird, in einem Flyer vor: Für Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa soll eine gute Versorgung sichergestellt werden, die Forschung soll gefördert und die Betroffenen sollen gestärkt werden. Unterstützung kommt dabei von den führenden Fachgesellschaften und Berufsverbänden aus der Viszeralmedizin, die sich auf Initiative und unter Beteiligung des Kompetenznetzes und der DCCV zusammengefunden haben.

Dass in der Versorgung von Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CED) noch einiges im Argen liegt, ist dabei unbestritten. Da geht es etwa um spät gestellte Diagnosen, um Probleme bei Erwerb und Erhalt eines Ausbildungsplatzes, um sozialen Rückzug. Umgekehrt sind Erfolge, etwa zur CED-Forschung, unverkennbar. Nur ein Beispiel: In enger Kooperation mit Förderinitiativen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Nationalen Genomforschungsnetz wurden im Kompetenznetz zwei der weltweit drei identifizierten CED-Krankheitsgene entdeckt.

Diese Erkenntnisse werden perspektivisch maßgebliche Grundlage für neue Therapieentwicklungen sein, so das Kompetenznetz. Ein weiterer Beleg des Engagements zur Verbesserung der Versorgung CED-Kranker ist auch die Forschung zu Compliance und Therapieadhärenz. Denn nur bei guter Compliance kann eine Pharmakotherapie ja auch optimale Ergebnisse bringen. Praxisrelevante Infos hat dabei etwa eine Diskussionsrunde gebracht, die zwischen Ärzten und Patientenvertretern 2004 in London stattfand. Danach sind die vier wichtigsten Gründe für eine schlechte Compliance CED-Kranker:

  • eine schlechte Arzt-Patienten-Kommunikation,
  • Größe und Zahl der täglich anzuwendenden Arzneien sowie eine täglich hohe Einnahmefrequenz,
  • Angst der Patienten vor Nebenwirkungen der Arznei, verknüpft mit Bedenken bezüglich Effektivität,
  • "Sich Wohlfühlen" in Phasen der Remission.

Alle anderen diskutierten Gründe seien deutlich in den Hintergrund getreten, fassen Professor Ulrich Böcker vom Uniklinikum Mannheim und Kollegen die Ergebnisse dieser Konferenz zusammen (Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, UNI-MED, ISBN 978-3-8374-1008-2).

Eine der Stellschrauben, über die gute Therapieerfolge zu erzielen sind, ist damit die sorgfältige Wahl der Medikation - gute Compliance kann's also quasi auf Rezept geben. Beispiele für Compliance-fördernde Therapieoptionen für CED-Kranke sind dabei übrigens:

  • Budesonid (Budenofalk® 3 mg, Entocort® Kapseln) als nebenwirkungsarme Alternative zu systemischen Steroiden
  • Schaum-Zubereitungen als Alternative zu Klysmen: 5-ASA-Schaum (Claversal® Rektalschaum, Salofalk® 1 g Rektalschaum) etwa wird von vielen Colitis-Patienten bevorzugt, weil er einfacher einzuhalten ist und die Anwendung als angenehmer empfunden wird als die von Klysmen
  • Im Colitis-Schub nur einmal täglich oral anzuwendende Präparate: Salofalk Granu-Stix® 1,5 g (2-Komponenten-Galenik mit Matrix-Kern), Mezavant® 1200 mg magensaftresistente Retardtabletten (Multi-Matrix-System) sowie hochdosierte 5-ASA-Präparate (Pentasa® Xtend 2 g Retardgranulat, im Schub mehrere Einzeldosen)

Hier gibt es Flyer und Poster zur Kooperation von DCCV und Kompetenznetz Darmerkrankungen: Tel.: 0431 / 597 39 37, E-Mail: sekretariat@kompetenznetz-ced.de

Veranstaltungen am 27. September 2008

Veranstaltungen zum Crohn / Colitis-Tag gibt es bis Anfang Oktober in verschiedenen Orten. Eine Auswahl am 27. September:

Bremen: Arzt-PatientenSeminar; u.a. mit den Themen Diagnostik, Ernährung, Naturheilkunde bei CED.

Nürnberg: Arzt-Patienten-Seminar; u.a. mit Themen wie Ernährung bei CED, neue Erkenntnisse bei der Entstehung von CED, Strategien und Techniken zur Krankheitsbewältigung, Fistelbehandlung interdisziplinär.

Trier: Infostand mit ärztlicher Beratung.

Bei den meisten Veranstaltungen ist eine Anmeldung erwünscht. Weitere Infos im Internet unter: www.dccv.de/aktuelles/termine

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