Colitis ulcerosa / Morbus Crohn

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Ärzte Zeitung, 31.10.2008

Fatigue bei Crohn/Colits-Patienten durch Eisenmangel

Eisenmangel beeinträchtigt körperliche und kognitive Leistungen / Zuerst leeren sich die Eisenspeicher im Gehirn

BERLIN (otc). Ein Eisenmangel mindert nicht nur die körperliche, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit. Dazu kann es zum Beispiel bei Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CED) kommen.

Darauf hat Dr. Jochen Ennen von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Duisburg-Essen hingewiesen. Bei CED-Patienten entsteht ein Eisenmangel durch chronischen Blutverlust, durch eingeschränkte Eisen-Resorption oder durch unzureichende Eisenzufuhr mit der Nahrung, erläuterte der Leiter der Neurometabolischen Arbeitsgruppe beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Berlin.

Folgen seien ein chronisches Fatigue-Syndrom mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit, ein allgemeines Schwächegefühl mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit sowie eine reduzierte Lebensqualität. Zudem seien kognitive Defizite vor allem bei der Aufmerksamkeit, eine verminderte geistige Flexibilität sowie Verwirrtheitszustände nachweisbar.

Aus pathophysiologischer Sicht führt der Eisenmangel zu einer verminderten Erythropoese und konsekutiv zu einer reduzierten Sauerstofftransportkapazität, was eine verminderte zerebrale Sauerstoffversorgung zur Folge hat, so Ennen.

Interessanterweise sänken zunächst die zerebralen Eisenspeicher, bevor die Erythropoese beeinträchtigt sei, sagte Ennen bei einer von Vifor Pharma unterstützten Veranstaltung. Diese leeren Eisenspeicher schränken die eisenabhängige zerebrale Enzymsynthese ein, zum Beispiel bei der Dopaminsynthese. Darüber hinaus kommt es zu einer Verminderung der dopaminergen D1- und D2-Rezeptoren und somit zu einer verminderten dopaminabhängigen Neurotransmission.

Eisen sei zudem essentiell in der Reifung von Nervenzellen, erklärte Ennen. Im Tierversuch wurde belegt, dass eine präpartale Ernährung ohne Eisen signifikante Verhaltensauffälligkeiten bei Neugeborenen induziert. Diese war auch nach der Geburt, trotz längerfristiger Eisensubstitution und obwohl sich die Erythropoese normalisierte, nicht wieder rückläufig.

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