Paracetamol-Überdosierung

Forscher entwickelt Schnelltest auf Leberschäden

Bei einer Überdosierung von Paracetamol müssen Ärzte schnell entscheiden, ob sie den Patienten gegen Leberschäden behandeln. Ein neuer Test könnte sie dabei unterstützen.

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Über 100.000 Patienten kommen jährlich mit Paracetamol-Vergiftungen in die britischen Notaufnahmen, so Wissenschaftler.

Über 100.000 Patienten kommen jährlich mit Paracetamol-Vergiftungen in die britischen Notaufnahmen, so Wissenschaftler.

© Andrew Barker / stock.adobe.com

EDINBURGH/LIVERPOOL. Ein neuer Schnelltest könnte Ärzten bei der Diagnose von Paracetamol-assoziierten Leberschäden helfen. Das berichten Wissenschaftler der Universitäten Edinburgh (Schottland) und Liverpool (England) im Fachmagazin "The Lancet Gastroenterology and Hepatology" (doi: 10.1016/S2468-1253(17)30360-6).

Die Forscher untersuchten über 1000 Patienten in Großbritannien, die wegen einer Paracetamol-Überdosierung eine Behandlung im Krankenhaus brauchten. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass sie anhand dreier Moleküle im Blut zuverlässig voraussagen konnten, welche Patienten Leberschäden entwickeln werden. Die Moleküle heißen miR-122, HMGB1 und FL-K18.

Mehr freie Betten

Insbesondere zwei Vorteile sehen die britischen Forscher durch den Frühtest auf Leberschäden: Zum einen könnten Ärzte rasch feststellen, welche Patienten mit dem Gegenmittel Acetylsteine per intravenöser Infusion behandelt werden müssen.

"Der neue Bluttest kann zukünftige Leberschäden bereits bei der Einlieferung ins Krankenhaus erkennen", sagte Dr. James Dear von der University of Edinburg der BBC. Der Gruppe, die mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Leberprobleme entwickelt wird, könnte man hingegen die Behandlung mit möglichen Nebenwirkungen ersparen.

Zum anderen würde das präzise Erkennen von Leberschäden die Notaufnahmen entlasten. Auch die stationäre Versorgung würde entlastet, da Patienten schneller entlassen werden könnten. "Paracetamol-Überdosierungen sind sehr häufig und bedeuten großen Arbeitsaufwand für die bereits stark ausgelasteten Notfallambulanzen", so Dear weiter. (ajo)

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