Ärzte Zeitung, 15.01.2004

Zwei Wege, Refluxkranken effektiv zu helfen

Nach erfolgreicher Akuttherapie kommen die dauerhafte Medikation und die Therapie nach Bedarf in Frage

DÜSSELDORF (gwa). Die Refluxkrankheit ist - wie etwa Bluthochdruck auch - eine chronische Erkrankung. Symptome und Beeinträchtigung der Lebensqualität von Patienten korrelieren dabei übrigens nicht mit dem Ausmaß endoskopisch gefundener Läsionen. Je nach Stadium der Entzündung und Stärke der Symptome brauchen Betroffene eine lebenslange Bedarfs- oder Dauertherapie mit Protonenpumpen-Hemmern (PPI).

Darauf haben Spezialisten bei einem Symposium in Düsseldorf hingewiesen, das von Professor Karl-Hans Holtermüller aus Frankfurt am Main und Professor Burkhard May aus Bochum geleitet wurde.

Reflux-Patienten haben keine erhöhte Säureproduktion, wie viele Betroffene vermuten. Bei ihnen kommt es etwa wegen Funktionsstörungen des unteren Ösophagussphinkters zu einem unphysiologischen Reflux. "Wie stark Patienten Symptome wie Sodbrennen haben, hängt von der Sensitivität ihres Ösophagus ab.

Diese Sensitivität variiert von Mensch zu Mensch, und auch bei jedem einzelnen Menschen von Zeit zu Zeit", sagte Dr. Ute Schwegler vom Martin-Luther-Krankenhaus in Wattenscheid. Das bedeutet: Patienten können bei nur leichter Ösophagitis starke Symptome haben. Andere Patienten mit schwerer Entzündung haben dagegen kaum Symptome.

Offensichtlich ist es auch so, daß sich eine Refluxösophagitis nicht allmählich von einem leichten in ein schweres Stadium entwickelt. Vielmehr kann der höchste Schweregrad der Entzündung, den ein unbehandelter Refluxpatient haben kann, schon von Erkrankungsbeginn an vorliegen, wie Professor Joachim Mössner aus Leipzig auf der von Altana unterstützten Veranstaltung betonte. Jeder Patient hat also eine eigene, unterschiedlich stark ausgeprägte Reaktion der Ösophagusschleimhaut auf die Säureexposition.

Ab einer endoskopisch diagnostizierten Refluxösophagitis Stadium III, also bei Schleimhautläsionen, die die gesamte Zirkumferenz des Ösophagus einnehmen, empfiehlt Mössner eine PPI-Dauertherapie. Altana bietet hier Pantoprazol als Pantozol® an. Der Grund: "Auch wenn nach der PPI-Therapie die Entzündung geheilt ist, kommen viele Patienten erfahrungsgemäß mit einer Bedarfstherapie nicht aus", sagte Mössner.

Sie würden ohne Dauertherapie rasch wieder ausgeprägte Entzündungen bekommen. Bei Patienten mit Stadium I oder II, also bei einer Läsion oder mehreren isolierten oder konfluierenden Läsionen, die aber noch nicht den gesamten Umfang des Ösophagus betreffen, könne nach der anfänglichen Therapie eine Bedarfsmedikation versucht werden.

Eines sei aber klar: "Die Refluxkrankheit ist - wie Bluthochdruck auch - eine chronische Krankheit, die durch Medikamente nicht geheilt werden kann", sagte Mössner. Ziel der medikamentösen Therapie sei eine Besserung der Symptome oder Beschwerdefreiheit, Heilung der Läsionen und Rezidivprophylaxe.

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