Helicobacter pylori

Plädoyer fürs Testen und Behandeln

Soll bei einem Patienten ohne Beschwerden Helicobacter pylori eradiziert werdem? Eher ja, sagen Experten. Bei Risikopatienten lohnt sogar die aktive Suche.

Veröffentlicht:
H. pylori: Testen, testen, testen.

H. pylori: Testen, testen, testen.

© MichaelTaylor / shutterstock

HAMBURG (gvg). Helicobacter pylori existiere weiter, auch wenn mittlerweile weniger darüber gesprochen werde, sagt Professor Peter Malfertheiner vom Uniklinikum Magdeburg.

Aktuelle Zahlen hat er bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) vorgestellt.

Zwar sei die Durchseuchung bei Kindern in Deutschland mit derzeit 6 bis 10 Prozent eher rückläufig. Jenseits des 40. Lebensjahrs sind aber weiterhin etwa 40 Prozent der Bevölkerung H.-pylori-positiv.

Wie werden symptomfreie Patienten mit Helicobacter pylori auffällig? Manche Vorsorgen enthalten eine Helicobacter-Serologie. Hier muss bei positivem Ausgang eine aktive Infektion allerdings noch durch einen Atemtest oder eine Endoskopie mit Ureaseschnelltest bestätigt werden.

Einige Dermatologen suchen im Rahmen allergischer Hauterkrankungen nach dem Keim. Häufig ist es auch ein akzidenteller Befund bei einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) aus anderem Grund.

Nur: Was tun, wenn die Patienten zwar einen positiven Test, aber keine Magenbeschwerden haben?

Weniger Magen-Ca nach Screening

"Generell ist ein H.-pylori-Nachweis gleichbedeutend mit chronisch-aktiver Gastritis. Dafür braucht es keinen histologischen Beweis", so Malfertheiner. Und weil eine chronische Gastritis das Magenkrebsrisiko stark erhöht, sieht er die Indikation zur Eradikation mit dem Helicobacter-Nachweis im Prinzip gegeben.

Wichtig: "Wer eine Eradikation vornimmt, sollte den Erfolg dann auch mit einem Atemtest kontrollieren."

Auch nach Helicobacter im Rahmen eines Screenings zu suchen, kann sinnvoll sein. Eine aktuelle Studie aus Südkorea hat das eindrucksvoll gezeigt. Dort wurden vor einigen Jahren im Rahmen eines Massenscreenings über 5000 Menschen diagnostiziert und behandelt.

Innerhalb von acht Jahren fiel die Inzidenz des Magenkarzinoms in der Region um ein Viertel (Gut 2012; online 14. Juni).

In Deutschland empfiehlt Malfertheiner, bei speziellen Risikopatienten aktiv nach Helicobacter zu suchen. Das sind vor allem Patienten, bei denen eine Langzeittherapie mit einem NSAR oder einem Protonenpumpenhemmer ansteht.

Auch Angehörige ersten Grades von Patienten mit Magenkarzinom sollten auf Helicobacter gescreent werden, so der Experte.

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übersichtsarbeit

Lipödem: Welche Therapie am besten hilft

Bewegung, geeignete Ernährung, Stressabbau

Wie wichtig bei Parkinson ein gesunder Lebensstil ist

Lesetipps
Ein Arzt füllt einen internationalen Impfpass aus.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!