Ärzte Zeitung, 04.03.2008

Kein Sucht-Risiko durch ADHS-Arzneien

BOSTON (run). Die Behandlung hyperaktiver Kinder mit Neurostimulantien hat keinen Einfluss auf das Risiko, später drogenabhängig zu werden.

Das schließen US-Mediziner aus einer Studie mit über 100 Jugendlichen zwischen 16 und 27 Jahren, bei denen vor zehn Jahren ADHS diagnostiziert worden war (Am J Psychiatry 165, 2008, 40).

73 Prozent hatten ADHS-Therapeutika erhalten, 22 Prozent wurden noch behandelt. Die Forscher befragten sie nach ihrem Konsum an Alkohol, Zigaretten und anderen Drogen, ebenso befragten sie eine ähnliche Zahl Gleichaltriger ohne ADHS.

Ergebnis: Bei Jugendlichen mit und ohne ADHS war es die Situation in der Familie - also ob es dort Suchtprobleme gab -, die mit einem erhöhten eigenen Sucht-Risiko assoziiert war, nicht die Therapie.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »