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Verstopfung und Inkontinenz

ADHS-Kranke tun sich schwer auf der Toilette

Kinder mit ADHS haben vermehrt Probleme wie Verstopfung und Stuhlinkontinenz. Dies hängt aber nicht davon ab, ob sie ADHS-Mittel nehmen oder nicht.

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Keine Lust auf Klo.

Keine Lust auf Klo.

© Torsten T. / panthermedia.net

BETHESDA. Kinder mit Problemen beim Stuhlgang haben oft auch Schwierigkeiten in der Schule, sind verhaltensauffällig oder zeigen psychische Störungen. Dies war in einer Studie bei 20 Prozent der Kinder mit chronischer Verstopfung der Fall.

In einer anderen Studie zeigte ein Fünftel der Kinder mit Stuhlinkontinenz Zeichen eine Autismus-Störung, berichten Pädiater um Connor McKeown von der Universität in Bethesda, USA.

Die US-Ärzte haben nun geschaut, ob es einen vergleichbaren Zusammenhang auch bei Kindern mit ADHS gibt. Dazu überprüften sie in einer Datenbank von Militärangestellten Angaben zu knapp 750.000 Kindern im Alter zwischen vier und zwölf Jahren (Pediatrics 2013; 132: 5 e1210-e1215).

Wie sich herausstellte, hatten 4,4 Prozent der Kinder eine ADHS-Diagnose. Von diesen immerhin knapp 33.000 ADHS-Kranken war bei 4,1 Prozent eine Obstipation vermerkt worden, von den übrigen Kindern waren nur 1,5 Prozent betroffen.

Noch größere Unterschiede zeigten sich bei der Stuhlinkontinenz. Eine solche Diagnose hatten 0,9 Prozent der Kinder mit ADHS, aber nur 0,15 Prozent der übrigen Kinder erhalten.

ADHS-Kranke litten im Schnitt also dreimal häufiger unter Obstipation und siebenmal häufiger unter Stuhlinkontinenz als Kinder ohne ADHS. In einem ähnlichen Umfang war bei ADHS auch die Zahl der Arztbesuche aufgrund von Problemen mit dem Stuhlgang erhöht.

ADHS-Mittel können Probleme mit Stuhlgang nicht lindern

Insgesamt wurden 80 Prozent der Kinder mit ADHS-Mitteln behandelt. Bei diesen Kindern war weder die Obstipationsrate signifikant geringer als bei ADHS-Kranken ohne Medikation (4,2 versus 4,1 Prozent), noch die Rate für eine Stuhlinkontinenz (0,9 versus 0,7 Prozent). Die Medikation scheint also weder das Risiko für Toilettenprobleme zu erhöhen, noch kann sie diese vermeiden.

Letzteres scheint etwas überraschend. Da Stuhlgangprobleme bei Kindern oft auch eine psychische Komponente haben und Verhaltenseinflüssen unterliegen, etwa indem Kinder den Stuhlgang bewusst zurückhalten, wäre zu erwarten gewesen, dass eine erfolgreiche ADHS-Therapie auch die Stuhlgangprobleme lindert.

Dies war jedoch nicht der Fall. Einen gewissen Hinweis auf einen Einfluss der Medikation gab es lediglich bei der Zahl der Arztbesuche aufgrund von Inkontinenzproblemen.

Diese war in der Gruppe mit ADHS-Medikation um ein Viertel niedriger als bei ADHS-Kranken ohne spezifische Therapie, der Unterschied war nach Berücksichtigung eine Reihe von Begleitfaktoren aber nicht mehr signifikant. Bei der Zahl der Arztbesuche aufgrund von Obstipation fanden die Studienautoren um McKeown keinerlei Hinweise auf eine Bedeutung der Medikation.

Die US-Pädiater diskutieren eine Reihe von Erklärungen. Zum einen könnten eine gestörte Kommunikation zwischen ZNS und gastrischem Nervensystem bedeutsam sein - möglicherweise reagieren Kinder mit ADHS nicht rasch genug auf die Signale aus dem Darm.

Vielleicht handelt es sich auch nur um eine Entwicklungsverzögerung: So wächst sich das Problem bei den allermeisten ADHS-Kranken mit der Zeit aus. (mut)

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