Ärzte Zeitung, 01.12.2004

Kommt die Flugangst plötzlich, wird sie am schlimmsten erlebt

Zentrum stellt Studie vor / Herzrasen hefigstes Symptom

DÜSSELDORF (Smi). Junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren sowie Männer zwischen 40 und 50 reagieren auf Turbulenzen während eines Flugs am heftigsten mit Angstgefühlen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Deutsche Flugangst-Zentrum auf der Medica in Düsseldorf vorgestellt hat.

Junge Frauen zwischen 20 und 30 reagieren am heftigsten auf einen Flugzwischenfall. Foto: dpa

Am schlimmsten jedoch empfinden Menschen mit Flugangst ihre Angst, wenn diese ohne erkennbaren Grund plötzlich und unerwartet auftritt - weit schlimmer noch als jene Passagiere, die auf heftige Turbulenzen, ein Durchstarten des Fliegers oder eine Notlandung reagieren.

Männer zeigten bei einem durchlebten Flugzwischenfall deutlich niedrigere Streßsymptome als Frauen, wie der Psychologe Marc-Roman Trautmann, Leiter des Flugangst-Zentrums, mitteilte. Ingesamt waren von März bis Oktober dieses Jahres 145 Männer und Frauen zwischen 16 und 66 Jahren befragt worden, die an Seminaren des Rüsselsheimer Zentrums teilgenommen haben.

Die Symptome von Flugangst-Patienten werden sehr unterschiedlich erlebt. Vier von fünf Teilnehmern der Studie berichteten von beängstigendem Herzrasen. Etwa die Hälfte der Betroffenen empfanden Symptome wie Zittern, Verkrampfungen und Schweißausbrüche am stärksten.

Unterschiede in der Symptomatik hängen laut Studie auch mit früheren Flug-Erfahrungen zusammen. So leiden Menschen, die schon einmal in heftige Turbulenzen geraten sind oder eine Notlandung miterlebt haben, während eines späteren Flugs vor allem an Luftnot, Schwindel, Hitze- und Kälteschauer sowie Übelkeit.

Die meisten Menschen mit Flugangst holen sich im übrigen viel zu spät professionelle Hilfe. Mehr als zwei Drittel leiden mindestens sechs Jahre unter ihren Panik-attacken, bevor sie einen Psychologen aufsuchen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »