Ärzte Zeitung, 28.06.2005

Unfälle mindern auch langfristig die Lebensqualität

KÖLN (akr). Unfallopfer mit schweren Verletzungen leiden noch nach Jahren an Angststörungen oder Depressionen. Nach einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Köln haben sie eine deutlich herabgesetzte Lebensqualität.

An der Untersuchung waren 151 Patienten zwischen 18 und 70 Jahren beteiligt. Sie hatten bei einem Unfall mindestens zwei schwere Verletzungen erlitten. Die Patienten wurden kurz nach dem Unfall und in Abständen von sechs, zwölf, 24 Monaten und nach vier Jahren nach ihrem Befinden befragt.

Ergebnis: Etwa 50 Prozent der Patienten hatte Schmerzen, so Studienleiterin Dr. Eva Berger. Angesichts der schweren Verletzungen der Patienten erstaunte die Psychologin dieses Ergebnis nicht. Überraschender war der psychische Befund. Fast ein Viertel der Patienten zeigte sowohl zwölf Monate nach dem Unfall als auch Jahre später psychische Auffälligkeiten wie Angststörungen oder Depressionen.

Durch eine gezielte psychosoziale Betreuung könnte das verhindert werden, so die Psychologin. Deshalb sollten Unfallopfer nicht nur in der akuten Phase psychologisch betreut werden. "Sinnvoll wäre eine Befragung nach Abschluß der Reha-Phase, wenn der Patient wieder in sein häusliches Umfeld integriert ist", erklärt sie. Damit könne festgestellt werden, ob etwa eine posttraumatische Belastungsstörung vorliege.

Vor allem Hausärzte, die die Unfallopfer nach der Reha weiterbehandeln, könnten psychische Störungen entdecken. Berger rät deshalb, Patienten nach einem Unfall immer nach ihrem psychischen Befinden zu fragen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »