Ausdauersport hält auch die grauen Zellen lange fit

BERLIN (gvg). Ausdauersport empfehlen Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln jedem, der verhindern möchte, daß seine kognitiven Fähigkeiten im Alter allzu schnell nachlassen. Körperliches Training stimuliert offenbar die Neubildung der Nervenzellen und fördert die für Lernvorgänge wichtige Synapsenbildung.

Veröffentlicht:

Vor allem moderne bildgebende Verfahren wie die Positronenemissionstomographie (PET) ermöglichen Forschern heute tiefe Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Sport und kognitiver Leistungsfähigkeit. So konnte die Kölner Arbeitsgruppe um Professor Wildor Hollmann vom Lehrstuhl für Kardiologie und Sportmedizin belegen, daß die Aktivierungsmuster im Gehirn älterer Personen, die mehr als 25 Jahre lang regelmäßig Ausdauertraining betrieben hatten, bei definierten, kognitiven Tests denen junger Menschen ähnelten. Normalerweise werden die Aktivierungsareale mit dem Alter immer kleiner.

Eine andere Arbeitsgruppe von der Universität von Kalifornien in San Francisco hat acht Jahre lang fast 6000 Frauen jenseits des 65. Lebensjahres beobachtet und festgestellt, daß die kognitive Leistungsfähigkeit umso langsamer abnimmt, je aktiver die Frauen waren.

Die Gründe für den günstigen Einfluß körperlicher Aktivität auf das Gehirn lägen in komplexen biochemischen Prozessen, so Hollmann in einem Übersichtsartikel zum Thema (Nervenheilkunde 22, 2003, 467). So habe man am Tiermodell belegen können, daß bereits wenige Tage Training reichen, um im Hippocampus die Konzentration an Nervenwachstumsfaktoren, die die Neubildung von Neuronen und Synapsen stimulieren, stark ansteigen zu lassen.

Der Hippocampus ist eine zentrale Durchgangsstelle für die Gedächtnisbildung und ein wichtiges Lernzentrum. Hollmann geht sogar so weit, zu postulieren, daß ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität nötig ist, damit überhaupt neuronale Veränderungen stattfinden können. Faulpelze tun also nicht nur ihrem Herz-Kreislaufsystem keinen Gefallen. Übertreiben sollte man es allerdings nicht, denn eine Überbelastung könne auch zu einer Rückbildung von Nervenfortsätzen führen, so Hollmann.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ärztin im Gespräch mit einem Patienten

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Tipps für den Reha-Antrag

Vorsorge oder Reha: Was es für die Genehmigung durch die Kostenträger braucht

Menschen in der Börse gucken auf ihre Bildschirme.

© Seth Wenig/AP/dpa

Praxiswissen Geldanlage

Die Börsentrias: Geduld, Disziplin und Sparplan

Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende