Ärzte Zeitung, 26.07.2004

Autismus - neue Hinweise auf Immunstörung

LAKE BUENA VISTA (ddp). Bei Autismus bildet der Körper Antikörper gegen eigenes Hirngewebe. Das haben portugiesische Forscher in einer Studie mit 171 Autisten entdeckt. Auslöser dieser Autoimmunreaktion scheint ein Protein zu sein, dessen Identität und Funktion noch unbekannt ist.

Das berichten Forscher um Dr. Astrid Vicente vom Wissenschaftlichen Institut in Oeiras im "Journal of Neuroimmunology" (152, 2004, 176). Welche Störung Autismus verursacht, ist bisher nicht klar, auch Autoimmunreaktionen werden diskutiert.

Die Studie aus Portugal stützt diesen Verdacht: Im Patienten-Blut fand man viel mehr Antikörper gegen eigenes Hirngewebe als bei Gesunden. Die Immunreaktion ist nicht genetisch bedingt, da das Blut der Eltern nicht vermehrt Autoantikörper enthielt.

Die Forscher vermuten, daß die Immunreaktion eine Folge der neurologischen Störung ist. So könnten die Antikörper als Antwort auf eine Hirnschädigung in der Embryonal-Entwicklung gebildet werden.

Es wird nun versucht, das Auslöser-Protein zu identifizieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »