Ärzte Zeitung, 29.09.2004

Tips zur Therapie beim Restless-legs-Syndrom

Bis zu zehn Prozent haben RLS / Bei 60 bis 80 Prozent ist die Erkrankung idiopathisch

JENA (grue). Mißempfindungen in den Beinen sind bei einem idiopatischen Restless-Legs-Syndrom (RLS) häufig. Sie können aber auch durch eine Schwangerschaft, Eisenmangel oder ein Nierenerkrankung verursacht werden.

Etwa fünf bis zehn Prozent der Deutschen haben ein RLS. 60 bis 80 Prozent davon haben eine idiopathische RLS. Bei den übrigen Patienten gibt es unterschiedliche Ursachen. So hat etwa jeder dritte Patient mit rheumatoider Arthritis und jeder vierte Patient mit Niereninsuffizienz oder Eisenmangelanämie ein RLS.

Daran hat Bertram Holinka von der Universität Bochum erinnert. Bei Schwangeren ist die RLS vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft relativ häufig. "Außerdem sind zahlreiche Medikamente Ursache für typische RLS-Beschwerden" , so Holinka auf einer Veranstaltung von Hoffmann-La Roche in Jena. "Gezieltes Nachfragen erspart diagnostische Umwege". Bekannte RLS-Auslöser sind Neuroleptika, Magensäure-Blocker, Lithium und auch Koffein.

Sind solche Ursachen ausgeschlossen und macht die RLS-Symptomatik erhebliche Beschwerden, wird mit dopaminergen Substanzen behandelt. Sie dämpfen den steten Bewegungsdrang der Beine, der sich unbehandelt in Ruhephasen und zum Abend hin noch verstärkt. Zugelassen gegen RLS ist das Medikament Restex® mit 100 mg Levodopa und 25 mg Benserazid pro Tablette.

"Bei leichten bis mäßig starken Beschwerden reichen eine bis zwei Tabletten am Abend", so Holinka. Bei Durchschlafstörungen werde mit dem langwirksamen Präparat Restex® retard kombiniert. L-Dopa kann auch tagsüber bei Bedarf eingenommen werden, sofern die Gesamtdosis von 400 mg nicht überschritten wird.

Gelegentlich kommt es dabei zu einer zeitlichen Verschiebung der Symptome oder zu stärkeren Beschwerden zwischen zwei Tabletten. Dann könne zu einem Dopamin-Agonisten gewechselt werden, sagte Holinka. Bei Einschlafstörungen seien kurzwirksame Präparate zu bevorzugen, bei Durchschlafstörungen ist ein langwirksamer Agonist richtig.

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