Ärzte Zeitung, 05.10.2004

Bald Atomoxetin für die Behandlung beim ADHS

BERLIN (gvg). In den USA ist der selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer Atomoxetin bereits seit drei Jahren zur Therapie von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) erhältlich. In den nächsten Monaten soll die Arznei auch nach Deutschland kommen.

"Die Substanz ist eine attraktive Ergänzung der Behandlungsmöglichkeiten bei ADHS, weil sie nur einmal täglich gegeben wird und von den Kindern deswegen nicht während der Schulzeit eingenommen werden muß", sagte Dr. Louise Levine, Forschungsdirektorin beim Unternehmen Lilly, das die neue Substanz als Strattera® vermarktet. In den Zulassungsstudien sei Atomoxetin gut verträglich gewesen und ohne Einfluß auf das Wachstum und die Entwicklung der Körpergröße geblieben.

Atomoxetin hat einen neuartigen Wirkmechanismus, wie Dr. Jeffrey Newcorn vom Mount Sinai Medical Center in New York auf dem Weltkongreß für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Berlin sagte. Anders als das unspezifischere Standardtherapeutikum Methylphenidat wirke es wahrscheinlich selektiv durch eine Hemmung der zellulären Wiederaufnahme von Noradrenalin im Gehirn.

In einer in Berlin vorgestellten Studie ist der langfristige Nutzen von Atomoxetin bestätigt worden: Bei 197 Kindern verbesserte die Substanz die ADHS-Symptome signifikant besser als Placebo. Dabei ließ sich eine Wirkung bis in die Abendstunden nachweisen, wenn die Tablette morgens eingenommen worden war.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »