Ärzte Zeitung, 22.11.2004

BUCHTIP

Rehabilitation bei Hirnschaden

Für Menschen mit schwerster Hirnschädigung bietet die neuropsychologisch ausgerichtete Frührehabilitation eine Chance, wieder in gewissem Umfang am täglichen Leben teilzunehmen, indem sie Folgeschäden und Ausmaß der stationären Pflege vermindert.

Dieses Paket an Maßnahmen, die sich unmittelbar an die intensivmedizinische Versorgung anschließen, stellen die Herausgeber in ihrem Buch mit viel Engagement vor.

Am Anfang steht eine genaue Diagnose mit Analyse der verbliebenen optischen, akustischen, taktilen oder motorischen Fähigkeiten. So werden auch Möglichkeiten nonverbaler Kommunikation geprüft, etwa Körpersignale wie Atem- oder Herzfrequenz, Anspannen von Muskeln, Blinzeln oder gar Handzeichen. Denn damit können Patienten im Koma oder Wachkoma häufiger als allgemein angenommen einen einfachen Ja-Nein-Code aufbauen, der die Verständigung im häuslich-familiären Umfeld wesentlich erleichtert.

Die häufigsten Indikationen für eine Frührehabilitation sind Schädel-Hirn-Traumen und -Blutungen, zerebrovaskuläre Erkrankungen und hypoxische Hirnschädigungen. Konzepte dafür beschreiben die Autoren in einzelnen Kapiteln: Therapie bei Aufmerksamkeits-, affektiven und kognitiven Störungen, etwa auch bei Multipler Sklerose. (ars)

Andreas Zieger, Paul W. Schönle, Neurorehabilitation bei diffuser Hirnschädigung, Hippocampus-Verlag, Bad Honnef 2004, 243 Seiten, Euro34,50. ISBN 3-936817-11-1

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »