Cybersuizid - ein neuer Trend im Internet
NEU-ISENBURG (Smi). Vor einem gefährlichen neuen Trend warnt der Londoner Psychiater Sundararajan Rajagopal im Editorial des "British Medical Journal" (329, 2004, 1298): Immer mehr einander fremde Menschen verabreden sich im Internet zum gemeinsamen Suizid.
Veröffentlicht:So seien auf diese Weise erst kürzlich neun Menschen aus Japan gemeinsam aus dem Leben geschieden. Sie hatten ihre Tat auf speziellen Suizid-Seiten im Internet geplant. Ähnliche Ereignisse würden aus England und Wales berichtet, so Rajagopal.
Ungewöhnlich an diesem Trend, den Beobachter Cybersuizid nennen, sei die Tatsache, daß sich wildfremde Menschen zum Suizid verabredeten. Gemeinsame Suizide habe es zwar schon immer gegeben. Bislang jedoch wurden sie von Menschen geplant, die eine enge Verbindung zueinander hatten, viele davon seien kinderlose Ehepaare.
Der Anteil solcher Vereinbarungen zum Suizid an allen verübten Selbstmorden betrage weniger als ein Prozent, so Rajagopal. Die Hälfte der Betroffenen sei psychisch gestört, ein Drittel leide an körperlichen Erkrankungen. Die Zahl der gemeinschaftlich verübten Suizide in Großbritannien sei zwischen 1961 und 1996 Studien zufolge um 27 Prozent gestiegen.
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