Ärzte Zeitung, 09.02.2005

Sind Retroviren Ursache von ALS?

LONDON (mut). Retroviren sind möglicherweise bei der Entstehung von amyotropher Lateralsklerose (ALS) von Bedeutung. Britische Forscher fanden in einer Untersuchung bei der Hälfte der ALS-Patienten erhöhte Serum-Konzentrationen des Enzyms Reverse Transkriptase.

In der Studie haben Forscher von der Universität London 30 ALS-Patienten, 14 Blutsverwandte der Patienten, sowie 16 Ehepartner und 28 weitere, nicht mit den Erkrankten verwandte Personen auf das Enzym Reverse Transkriptase im Serum untersucht. Das Enzym ist eine Marker für die Aktivität von Retroviren.

Das Ergebnis der Studie: Bei jedem zweiten ALS-Patienten und bei über 40 Prozent der Personen, die mit den Patienten blutsverwandt waren, konnte Reverse Transkriptase im Serum nachgewiesen werden. Bei den Personen, die mit den ALS-Kranken verheiratet waren, ließ sich jedoch nur bei 13 Prozent das Enzym nachweisen, bei den anderen, nicht verwandten Personen nur bei 18 Prozent (Neurology 64, 2005, 454). Die Forscher vermuten, daß ein vererbbares Retrovirus an der Entstehung von ALS beteiligt ist.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gröhes Sonnenschein-Politik

Bei der Eröffnung des Ärztetags weiß sich der Gesundheitsminister bei Partnern. Kritik hat Gröhe nur für den Koalitionspartner übrig und freut sich auf ein Wiedersehen beim Ärztetag 2018. mehr »

Berichte, Videos und Tweets rund um den Deutschen Ärztetag

Begleiten Sie den 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg mit uns online. Die "Ärzte Zeitung" berichtet vom 23.-26.5. live und aktuell über alle wichtigen Ereignisse und Debatten. mehr »

"Turbolader einer Zwei-Klassen-Medizin"

Die Einheitsversicherung als Garant für Gerechtigkeit im Versorgungssystem? Aus Sicht von BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery eine fatale Fehleinschätzung. Die "Ärzte Zeitung" dokumentiert Auszüge aus seiner Ärztetags-Eröffnungsrede. mehr »