Ärzte Zeitung, 22.11.2005

"Curry" zeigt genau, in welchem Bereich das Hirn gerade aktiv ist

Daten von MRT und EEG helfen auch bei Operations-Planung

DÜSSELDORF (sko). Die dreidimensionale Auswertung von EEG-Daten, kombiniert mit dem MRT-Bild eines Patienten - mit der Software "Curry" läßt sich der Entstehungsort von Erregungen im Gehirn besonders exakt graphisch darstellen.

EEG-Daten (oben) kombiniert mit MRT-Daten (rechts). Die tatsächliche Lage des Erregungszentrums (rosa) weicht von Kugelvolumen-Berechnungen (rot) ab. Foto: Neuroscan

"Die Untersuchung eignet sich immer dann gut, wenn man einen bestimmten Erregungsfokus im Hirn hat", so Dr. Manfred Fuchs von dem Unternehmen Neuroscan, der die Software entwickelt hat. Das ist zum Beispiel bei Patienten mit fokaler Epilepsie der Fall. Hier kann der Fokus vor einer Op genau lokalisiert werden.

Aber auch bei Patienten mit Hirntumoren, bei denen die Hirnstrukturen wegen des Tumors verschoben sein können, kann mit diesem Verfahren die Lage von wichtigen Regionen wie Sprech- oder Sehzentrum ermittelt werden. Früher mußten Ärzte hierzu die Schädeldecke öffnen, die entsprechenden Hirnregionen manuell reizen und die Reaktion des Patienten erfassen.

Das Besondere an der Software, die das Unternehmen Compumedics auf der Medica in Düsseldorf vorgestellt hat: "Als Bezugspunkt für die räumliche Bestimmung der Erregungszentren wird nicht wie bisher ein Kugelvolumen, sondern es werden die realistischen MRT-Patientendaten verwendet", erläutert Fuchs.

Dieser Unterschied wird in dem Bild durch die roten Markierungen deutlich, die durch die gewöhnlichen Berechnungen gesetzt werden und zum Teil deutlich von den rosa, auf realistischen Daten basierenden Markierungen abweichen. Um MRT- und EEG-Daten richtig zu überlagern, werden bei beiden Untersuchungen Markierungen gesetzt, die dann zur Deckung gebracht werden.

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