Plädoyer für bessere Versorgung psychisch Kranker

BERLIN (ugr). Mit einem Appell, die Versorgungssituation psychisch Kranker zu verbessern, wurde gestern die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie, Psychiatrie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin eröffnet. Schwerpunkte sind in diesem Jahr bildgebende Verfahren, Psychotherapie und Neurogenese.

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Derzeit behandeln knapp 5 000 niedergelassene Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie etwa vier Millionen Menschen pro Jahr; benötigt werden nach Angaben der DGPPN jedoch 15 000 Ärzte.

Die Fachgesellschaft fordert eine geänderte Bedarfsplanung, die jungen Ärzten die Möglichkeit schafft, sich niederzulassen, eine bessere Bezahlung für psychotherapeutische Behandlungen (pro Arzt und Patient stehen nur noch 40 Euro pro Quartal zur Verfügung) sowie von der Bundesregierung die Schaffung einer Expertenkommission, die sich für eine umfassende integrierte Versorgung für psychisch Kranke im stationären, ambulanten und rehabilitativen Bereich stark macht.

Die meisten Arbeitsunfähigkeitstage und die meisten Fälle von Frühberentungen gehen auf psychische Erkrankungen zurück, sagte Kongreßpräsident Professor Fritz Hohagen aus Lübeck. Jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann erkranken mindestens einmal im Leben an einer schweren Depression, so Hohagen.

Der DGPPN-Kongreß ist der größte Kongreß im deutschsprachigen Raum, der sich mit psychischen Erkrankungen beschäftigt. Erwartet werden bei der bis Sonnabend dauernden Veranstaltung bis zu 5 000 Teilnehmer. Etwa jeder zehnte kommt aus Österreich und der Schweiz, deren nationale Fachgesellschaften in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit der DGPPN den Kongreß organisieren.

Inhaltliche Schwerpunkte der 450 Veranstaltungen sind die Themen Neurogenese und Neuroplastizität, Psychotherapie und Neuroimaging.

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