Autisten sind dauernd im Input-Modus

WASHINGTON (ddp.vwd). Das Gehirn von Autisten kennt offenbar keine Pausen: Es schaltet in Ruhephasen nicht wie bei gesunden Menschen von einem Input- in einen Verarbeitungsmodus.

Veröffentlicht:

Schon früher gab es Hinweise darauf, daß die Abfolge von Input und Verarbeitung bei Autisten nicht richtig funktioniert. Professor Daniel Kennedy von der Universität von Kalifornien und seine Kollegen verglichen die Gehirnaktivitäten von 15 Autismus-Patienten mit denen von 14 Freiwilligen ohne die Entwicklungsstörung - in Ruhephasen und während Konzentrationsübungen.

Das Ergebnis: Die typische Ruhephasenaktivität war bei den autistischen Probanden sehr viel schwächer ausgeprägt als bei der Kontrollgruppe.

Je größer die sozialen Defizite der Betroffenen dabei waren, desto größer waren auch die Abweichungen ihrer Gehirnaktivität. Möglicherweise konzentrieren sich Autisten in Ruhephasen so stark auf ihre häufig zwanghaften Gewohnheiten und Interessen, daß die Aktivität des Ruhenetzwerkes ständig unterdrückt ist, glauben die Forscher. In Ruhephasen - dem Verarbeitungsmodus - werden vorangegangene Eindrücke analysiert, reflektiert und abgespeichert.

Die fehlende Orientierung des Gehirns nach innen könnte ein Grund sein für die Defizite im zwischenmenschlichen Verhalten und der Kommunikation von Autisten. Ob die fehlende Selbstreflexion jedoch die Ursache für die sozialen und emotionalen Defizite ist, können die Forscher noch nicht sagen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Phase-III-Studie

Alzheimer: Alternative zu Antikörpern für ApoE-4-Träger in Sicht

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Neue Ansätze zur Behandlung seltener Krankheitsbilder

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Entwicklungen in der Therapie neuromuskulärer Erkrankungen

Neue Ansätze zur Behandlung seltener Krankheitsbilder

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

KI verweigert Assistenz beim Suizid

Fallbeispiel: ChatGPT empfahl ärztliche Hilfe bei Psychose

Team- und Patientenschutz

Hygieneplan für die Praxis – was zählt!

Medizinische Rehabilitation

Wie Ärzte beim beim Reha-Antrag unterstützen können

Lesetipps
Illustration eines Kolonkarzinoms

© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?