Pille gegen das Vergessen wird klinisch geprüft

MAINZ (ple). An einer Pille gegen das Vergessen forscht derzeit der Medizin-Nobelpreisträger von 2000, Professor Eric Kandel aus New York. Ein Präparat seines Unternehmens ist seinen Angaben zufolge bereits in Phase II der klinischen Prüfung.

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Bei dem Präparat, das von Forschern des Unternehmens Memory Pharmaceuticals in Montvale im US-Staat New Jersey entwickelt wird, handelt es sich um eine Substanz, die die Synthese eines Schlüsselproteins beim Lernvorgang verstärkt, und zwar des Eiweißmoleküls CREB (cAMP response element-binding protein).

Folge der vermehrten Synthese dieses Proteins ist, daß sich die Kontaktstellen zwischen Neuronen verstärken und nicht wieder so leicht lösen. Dadurch werden Lerninhalte aus dem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis überführt. Kandel erforscht seit mehr als 30 Jahren Lernen und Gedächtnis.

Eine solche Pille gegen das Vergessen wäre nur für ältere Menschen oder für Patienten mit Lernstörungen geeignet, so Kandel, Jüngere könnten durchaus aus eigener Kraft lernen.

"Ich warte schon sehr auf eine solche Pille, damit ich die neuen deutschen Worte mein Leben lang nicht vergesse", sagte der 77jährige, in Wien geborene Neurowissenschaftler bei der Vorstellung seines Buches "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" in der Universitäts-Klinik in Mainz.

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