Ärzte Zeitung, 15.12.2008

Ratschläge für Patienten mit Reise- und Seekrankheit

Bei leichter Seekrankheit ist Ingwer eine Option.

Von PD Tomas Jelinek

Auf Reisen sind Kinetosen ein häufiges Beschwerdebild. In ihren schlimmeren Ausprägungen können sie den Betroffenen die Fortbewegung nachhaltig verleiden. Verhaltens-Tipps wie etwa der Blick auf den Horizont können eine Reise- oder Seekrankheit verhindern oder bessern - aber nicht bei allen Betroffenen. In manchen Fällen lässt sich der Griff zu Medikamenten nicht vermeiden.

Der am häufigsten verwendete Wirkstoff ist das Antihistaminikum Dimenhydrinat, welches rezeptfrei als Tablette, Kaugummi oder Zäpfchen zur Verfügung steht. Leider tritt als unerwünschte Wirkung oft Benommenheit und Schläfrigkeit auf. Ähnliches gilt auch für den Wirkstoff Meclozin, der in Deutschland nicht mehr verfügbar ist.

Die gute Wirksamkeit des Anticholinergikums Scopolamin, welches als Transdermal-Pflaster erhältlich ist, wurde in verschiedenen Studien getestet. Doch auch hier können unangenehme Wirkungen wie Akkomodationsstörungen, Herzrasen und weitere anticholinerge Symptome auftreten. Daher werden die Pflaster nur noch eingeschränkt empfohlen.

Als Tipp bei Seglern und Tauchern gilt in den letzten Jahren zunehmend das besser verträgliche Cinnarizin, 50 bis 75 mg ein- bis zweimal täglich, das früher in Deutschland zur Therapie bei Störungen des Gleichgewichtsorgans und des Innenohrs zugelassen war. Es kann über Apotheken aus dem Ausland bezogen werden. In Deutschland ist es nur in fixer Kombination mit Dimenhydrat verfügbar. Dies birgt dann jedoch wiederum den Nachteil der potenziellen Nebenwirkungen jenes Präparates.

Bei leichteren Formen der Reisekrankheit, Kindern ab 6 Jahren und Schwangeren lohnt auch der Versuch mit Ingwerwurzel, welche in Kapseln à 250mg verfügbar ist.

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