Ärzte Zeitung, 19.02.2009

Junge entwickelt Hirntumor nach Stammzelltherapie

TEL-AVIV (ple). Neuronale Stammzellen, die ins Gehirn verpflanzt werden, können nicht nur therapeutisches Potenzial haben: Israelische Pädiater und Neurologen berichten jetzt von einem Jungen mit Ataxia Teleangiectasia, bei dem sich vier Jahre nach der ersten Stammzell-Injektion ins Gehirn in Moskau bis zu einem Zentimeter große benigne Tumorgewebe entwickelt hatten. Die Forscher entdeckten das Gewebe in der Nähe des Stammhirns und im Rückenmark. Aufgrund der zerebellären Ataxie war der Junge auf einen Rollstuhl angewiesen.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Gideon Rechavi aus Tel-Aviv konnte mit Hilfe zytogenetischer und molekularbiologischer Methoden belegen, dass die Wucherungen aus Zellen entstanden sind, die von mindestens einem Spender stammten und nicht von dem Jungen selbst (PLoS Medicine 6 / 2, 2009, e1000029). Die Neurochirurgen vermuten, dass die Entwicklung von Tumoren aus neuronalen Stammzellen durch das Hinzufügen von Wachstumsfaktoren bereits in der Kulturschale begünstigt wurde.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »