Ärzte Zeitung, 22.02.2010
Keine
Kommunikation mit Wachkoma-Patient
LONDON (dpa). Der Mediziner Steven Laureys
zweifelt an der von ihm selbst angenommenen
Kommunikationsfähigkeit eines Mannes im Wachkoma, berichtet
die BBC. Bilder zeigten 2009 den PatientenRom Houben, der nach einem
schweren Autounfall 23 Jahre lang als Wachkoma-Patient behandelt worden
war. Mittels fremder Hilfe soll er eine Tastatur bedient haben, um sich
zu äußern. Leichte Muskelanspannungen des Patienten
seien dabei vom Helfer als Hinweise gedeutet worden, Nachrichten in
eine Spezialtastatur zu tippen.
Damals hatte auch der Arzt und Koma-Forscher Laureys Houben untersucht.
Jetzt sagte der Mediziner der BBC: "Die Geschichte von Rom handelt von
der Diagnose des Bewusstseins, nicht von Kommunikation." Laureys
erklärte dem Sender, dass die Methode, mit der die angenommene
Kommunikation des Patienten überprüft wurde, nicht
funktioniere.
Bei der sogenannten Gestützten
Kommunikation hält ein Betreuer Arm oder Hand des Patienten
und erspürt dann feine Muskelanspannungen, nach denen der
Betreuer auf einer Tastatur Worte zusammensetzt. Neue Tests mit
Komapatienten hätten nun gezeigt, dass dies nicht
funktioniere, sagte Laureys. Bereits zuvor hatten sich andere
Wissenschaftler skeptisch gezeigt.
Nach Angaben
Laureys sind bei etwa 40 Prozent der Menschen, die als
Wachkoma-Patienten eingestuft werden, noch "Bewusstseinsreste"
nachweisbar.
Lesen Sie zum Thema gestützte
Kommunikation auch:
"Die Skeptiker": Wer schreibt bei
der Gestützten Kommunikation?

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