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Studie mit neuem Medikament gegen amyotrophe Lateralsklerose beginnt

Dexpramipexol, das dem Parkinson-Medikament Pramipexol ähnelt, wird jetzt bei ALS getestet. Es gibt Hinweise, dass es das Fortschreiten verlangsamt.

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HANNOVER (eb). Die amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, ist eine bisher unheilbare neurodegenerative Erkrankung, die innerhalb von drei bis fünf Jahren zum Tod durch Atemlähmung führt.

Durch den Untergang motorischer Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark kommt es zu einer fortschreitenden Schwäche der gesamten Muskulatur. Die Ursachen der ALS sind trotz weltweiter intensivster Forschung bislang nicht bekannt, eine wirksame Therapie existiert nicht.

Kürzlich fand in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) der 9. Kongress der Organisation ENCALS statt (European Network for a cure of Amyotrophic Lateral Sclerosis). Mehr als 150 internationale Experten diskutierten über neue Forschungsergebnisse, über Behandlung und Kooperationen.

Aktuelle Erkenntnisse aus der Genetik und aus Tierexperimenten, aber auch Fortschritte in bildgebenden Techniken wie der Kernspintomografie und epidemiologische Daten werden neue Therapiestrategien der ALS ermöglichen, berichtete Kongress-Präsident Professor Dr. Reinhard Dengler, Direktor der MHH-Klinik für Neurologie.

An dieser Klinik wird zur Entstehung und Behandlung von ALS geforscht, vor allem über die Zelltherapie. Unter der Leitung von Professorin Susanne Petri betreibt die Klinik außerdem eine ALS-Spezialambulanz, in der ein großer Teil der Patienten aus Norddeutschland behandelt wird.

Ab Anfang Juni 2011 beginnt in der ALS-Ambulanz eine Studie, abgekürzt EMPOWER. Getestet wird das Medikament Dexpramipexol. Es ähnelt strukturell dem Pramipexol, das in der Therapie von Patienten mit Morbus Parkinson etabliert ist. Allerdings weist es unterschiedliche pharmakologische Eigenschaften auf.

"Dexpramipexol wirkt neuroprotektiv, es kann das Überleben von Nervenzellen verlängern", erläuterte Petri. Hauptwirkmechanismus ist ein Effekt auf die Mitochondrien, die auch als "Kraftwerke der Zellen" bezeichnet werden. Dort verbessert die Substanz den Energiestoffwechsel.

Dexpramipexol wurde in den USA bereits in einer Phase-II-Studie mit mehr als 100 Patienten getestet. Dabei erwies es sich als gut verträglich, außerdem ergaben sich erste Hinweise, dass es das Fortschreiten der ALS verzögert.

Um die Wirkung der Substanz nun statistisch verlässlich zu untersuchen, ist eine weltweite placebokontrollierte doppelblinde Phase-III-Studie mit 804 Patienten über einen Zeitraum von 18 Monaten in Vorbereitung.

Nicht nur die MHH wird daran teilnehmen, einbezogen sind in Deutschland weiterhin noch die ALS-Zentren der neurologischen Universitätskliniken in Ulm, Bochum, Jena und der Charité in Berlin.

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