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Hohes Schlaganfallrisiko, schlechte Kognition

Was den Gefäßen schadet, ist auch schlecht für die geistigen Fähigkeiten. Je höher die Gefahr von Herz- und Hirninfarkten, umso schneller bekommen ältere Menschen kognitive Probleme.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Ein hoher Blutdruck steigert bekanntlich das Schlaganfallrisiko. Gefäßerkrankungen beeinträchtigen zudem die kognitive Leistung.

Ein hoher Blutdruck steigert bekanntlich das Schlaganfallrisiko. Gefäßerkrankungen beeinträchtigen zudem die kognitive Leistung.

© Gina Sanders / shutterstock

INDIANAPOLIS. Hoher Blutdruck, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes, Rauchen - das sind bekanntlich gute Voraussetzungen, bald einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen. Eine Analyse bei über 23.700 älteren Teilnehmern einer prospektiven Kohortenstudie hat nun ergeben, dass unter einem hohen Risiko für Gefäßerkrankungen auch die kognitive Leistung leidet (Neurology 2011; 77: 1729-1736).

Teilnehmer waren im Schnitt 64 Jahre alt

In der Studie wurde zu Beginn bei den Teilnehmern, die im Schnitt 64 Jahre alt waren und alle noch keine Schlaganfälle hatten, eine Variante des Framingham-Scores bestimmt. In dieses auf Schlaganfall zugeschnittene Framingham Stroke Risk Profile (FSRP) fließen sämtliche wichtigen zerebrovaskulären Risikofaktoren ein.

In der Studie mussten die Teilnehmer zudem regelmäßig Kognitionstests absolvieren. Kam es im Verlauf der Studie zu einem Schlaganfall, was bei knapp 200 Personen der Fall war, dann wurden von diesen Teilnehmern anschließend keine Kognitionstests mehr gewertet.

Insgesamt lag der FSRP-Wert zu Beginn bei 9,6 Punkten. Damit liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall in den folgenden zehn Jahren bei etwa sechs Prozent. In den Kognitionstests erreichten die Teilnehmer im Schnitt 5,8 Punkte auf einer Skala von 0 bis 6 Punkten. Bei 4 oder weniger Punkten wird von einer kognitiven Einschränkung ausgegangen.

Kognitive Einschränkungen nach vier Jahren bei acht Prozent der Teilnehmer

Nach im Schnitt vier Jahren Studiendauer hatten bereits acht Prozent der zu Beginn noch geistig fitten Teilnehmer kognitive Einschränkungen - bei ihnen war der Wert auf der Kognitionsskala also um mindestens 1 bis 2 Punkte gesunken.

Diese Teilnehmer hatten zu Studienbeginn auch einen deutlich schlechteren FSRP-Wert: Er lag im Schnitt bei 15,2 Punkten. Insgesamt war die Rate für kognitive Probleme nach vier Jahren umso höher, je höher zu Beginn der Studie der FSRP-Wert gewesen war: Lag der Score unter 4 Punkten, so hatten von diesen Teilnehmern nach vier Jahren nur vier Prozent kognitive Probleme, lag er über 12 Punkte, so waren es knapp 15 Prozent.

Schauten sich die Studienautoren um Dr. Frederick W. Unverzagt aus Indianapolis in Indiana nun die einzelnen Risikofaktoren genauer an, so schien vor allem eine linksventrikuläre Hypertrophie und ein hoher Blutdruck für das Ergebnis relevant zu sein.

Hypertonie ungünstig für die kognitive Gesundheit

Damit war das Risiko für eine kognitive Insuffizienz jeweils um 80 und 40 Prozent erhöht. Da sich eine linksventrikuläre Hypertrophie als Spätfolge eines zu hohen Blutdrucks deuten lässt, scheint Hypertonie insgesamt sehr ungünstig für die kognitive Gesundheit zu sein.

Aber auch ein schlechter Bildungsstatus war ein guter Prädiktor: Teilnehmer ohne Schulabschluss entwickelten dreieinhalb Mal häufiger kognitive Probleme als College-Absolventen.

Moderater Alkoholkonsum nicht von Nachteil

Dagegen schien moderater Alkoholkonsum zumindest nicht von Nachteil: In dieser Gruppe kam es deutlich seltener zu kognitiven Problemen als bei Vieltrinkern oder Abstinenzlern.

Allerdings deutet der hohe Anteil von Abstinenzlern (knapp 70 Prozent) in der Gruppe, die später kognitive Probleme entwickelten, darauf, dass diese Personen bereits aus gesundheitlichen Gründen ihren Konsum reduziert haben könnten.

Die Studie bestätigt jedenfalls die Ergebnisse anderer Untersuchungen, die bereits zuvor schon einen schnelleren geistigen Abbau sowie eine schlechtere geistige Leistung bei Hypertonikern nachgewiesen hatten.

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