Ärzte Zeitung, 17.02.2012

Mitgähnen heißt: "Ich mag dich"

PISA (eb). Ein einfacher Sympathie-Test: Gähnen Sie! Wer innerhalb von fünf Minuten ebenfalls gähnt, ist Ihnen vielleicht am meisten gewogen.

Mitgähnen heißt: "Ich mag dich"

Synchron-Gähnen: Bei den Verwandten ist die Ansteckung zum Gähnen am größten.

© LanaK/fotolia.com

Denn Forscher aus Pisa haben herausgefunden: Ansteckendes Gähnen wird vorwiegend durch die emotionale Nähe zwischen Personen gesteuert und nicht durch Geschlecht oder Nationalität (PLoS one 2011; 6(12): e28472).

Kinder fangen erst an mitzugähnen, wenn sie die Emotionen anderer wahrnehmen: ab etwa vier Jahren. Bei Menschen mit empathischen Störungen wie Autismus, ist ansteckendes Gähnen deutlich seltener, so die italienischen Forscher.

In ihrer Studie beobachteten sie 109 Erwachsene in verschiedenen Ländern über in Jahr zwischen sechs Minuten und zwei Stunden. Sobald ein Proband gähnte (der Auslöser) registrierten sie alle Gähnepisoden derjenigen Personen, die in akustischem oder optischem Kontakt standen, und erfragten die sozialen Bezüge.

Kein Unterschied beim Geschlecht

Resultat: Ansteckendes Gähnen wird bis zu 5 Minuten nach dem Auslöser hervorgerufen, wobei der Gipfel ungefähr 3 Minuten danach liegt.

Nur enge soziale Beziehungen ergaben sich als Vorhersageparameter für das Auftreten, die Häufigkeit und die Latenz des ansteckenden Gähnens.

Die Wahrscheinlichkeit dieser Reaktion war am größten bei leiblichen Verwandten, dann kamen enge Freunde, am geringsten war sie bei entfernten Bekannten und Freunden.

Damit falle das ansteckende Gähnen in die Kategorie anderer Empathie-Parameter, die ebenfalls bei leiblichen Verwandten ausgeprägter sind als bei sonstigen Mitmenschen, schreiben die Wissenschaftler.

Obwohl Frauen eine höhere Empathie nachgesagt wird, wirkten sich Parameter wie Geschlecht oder Nationalität nicht auf die Häufigkeit des ansteckenden Gähnens aus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »