Donnerstag, 24. Mai 2012
Ärzte Zeitung, 17.02.2012

Mitgähnen heißt: "Ich mag dich"

PISA (eb). Ein einfacher Sympathie-Test: Gähnen Sie! Wer innerhalb von fünf Minuten ebenfalls gähnt, ist Ihnen vielleicht am meisten gewogen.

Mitgähnen heißt: "Ich mag dich"

Synchron-Gähnen: Bei den Verwandten ist die Ansteckung zum Gähnen am größten.

© LanaK/fotolia.com

Denn Forscher aus Pisa haben herausgefunden: Ansteckendes Gähnen wird vorwiegend durch die emotionale Nähe zwischen Personen gesteuert und nicht durch Geschlecht oder Nationalität (PLoS one 2011; 6(12): e28472).

Kinder fangen erst an mitzugähnen, wenn sie die Emotionen anderer wahrnehmen: ab etwa vier Jahren. Bei Menschen mit empathischen Störungen wie Autismus, ist ansteckendes Gähnen deutlich seltener, so die italienischen Forscher.

In ihrer Studie beobachteten sie 109 Erwachsene in verschiedenen Ländern über in Jahr zwischen sechs Minuten und zwei Stunden. Sobald ein Proband gähnte (der Auslöser) registrierten sie alle Gähnepisoden derjenigen Personen, die in akustischem oder optischem Kontakt standen, und erfragten die sozialen Bezüge.

Kein Unterschied beim Geschlecht

Resultat: Ansteckendes Gähnen wird bis zu 5 Minuten nach dem Auslöser hervorgerufen, wobei der Gipfel ungefähr 3 Minuten danach liegt.

Nur enge soziale Beziehungen ergaben sich als Vorhersageparameter für das Auftreten, die Häufigkeit und die Latenz des ansteckenden Gähnens.

Die Wahrscheinlichkeit dieser Reaktion war am größten bei leiblichen Verwandten, dann kamen enge Freunde, am geringsten war sie bei entfernten Bekannten und Freunden.

Damit falle das ansteckende Gähnen in die Kategorie anderer Empathie-Parameter, die ebenfalls bei leiblichen Verwandten ausgeprägter sind als bei sonstigen Mitmenschen, schreiben die Wissenschaftler.

Obwohl Frauen eine höhere Empathie nachgesagt wird, wirkten sich Parameter wie Geschlecht oder Nationalität nicht auf die Häufigkeit des ansteckenden Gähnens aus.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Geplante Patientenrechte sorgen für lange Gesichter

Schlechte Noten für das Patientenrechte­gesetz: Der vom Kabinett verabschiedete Entwurf gilt als kleinster gemeinsamer Nenner. Länder, Kassen und Opposition nörgeln, haben aber auch Ideen, wie der Entwurf in ihren Augen noch gerettet werden kann. mehr »

Ärzte, vernetzt Euch!

Der Ärztetag hat sich dafür ausgesprochen, dass Ärzte in Zukunft noch stärker kooperieren sollen - und zwar mit allerlei Akteuren des Gesundheitswesens. Doch die Delegierten stellen eine Bedingung. mehr »

Klinik Bremen-Mitte: Schlamperei mit Handschuhen

Die Frühchen-Intensivstation des Klinikums Bremen-Mitte sorgt weiter für Schlagzeilen: Jetzt ist ein neuer Bericht aufgetaucht - es geht um kontaminierte Handschuhe. Außerdem wurde der damalige Klinik-Chefarzt zu Unrecht entlassen. mehr »