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Burn-out

Fast jeder zweite US-Arzt ausgebrannt

Nicht nur in Deutschland klagen Ärzte über zunehmende Arbeitsbelastung: Auch die US-Kollegen stoßen zunehmend an ihre Limits. Vor allem Hausärzte und Internisten leiden dort am häufigsten an Burn-out.

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Schlapp, müde, ausgebrannt: In den USA trifft es vor allem Hausärzte und Internisten.

Schlapp, müde, ausgebrannt: In den USA trifft es vor allem Hausärzte und Internisten.

© Thinkstock LLC / Photos.com plus

ROCHESTER (BS/eis). US-Forscher haben 7288 Ärzte aller Fachrichtungen mit dem 22-teiligen Maslach Burnout Inventory (MBI) zu Berufsleben und seelischer Verfassung befragt (Arch Intern Med 2012, online 20. August).

Danach empfanden 38 Prozent der Befragten starke emotionale Erschöpfung und 29 Prozent einen hohen Grad an Depersonalisierung. Knapp 46 Prozent der Befragten hatten mindestens ein typisches Burn-out-Symptom.

Gut 12 Prozent der Ärzte hatten zudem das Gefühl einer stark herabgesetzten Leistungsfähigkeit und erfüllten damit ein weiteres Kriterium für ein Burn-out.

Darüber hinaus waren viele Ärzte nicht mit ihrer "Work-Life-Balance" zufrieden: 37 Prozent gaben an, dass ihr Beruf nicht genügend Zeit für ihr Privatleben lasse.

Die Fachgruppen mit den höchsten Raten an Burn-out-Symptomen waren Notfallmediziner (65 Prozent), gefolgt von Internisten, Neurologen und Hausärzten (50 Prozent). Die niedrigste Quote hatten Dermatologen (30 Prozent).

Forscher: Alarmierde Zahlen

Dass die Ergebnisse nicht nur einen allgemeinen gesellschaftlichen Trend widerspiegeln, belegt der Vergleich von 6179 Ärzten mit 3442 Menschen anderer Berufsgruppen.

Befragt wurde mit dem weniger aufwändigen zweiteiligen MBI. Danach hatten 38 Prozent der befragten Ärzte einen Burn-out, in den anderen Berufen waren es 28 Prozent.

Die Ärzte arbeiteten im Vergleich deutlich mehr (50 vs. 40 Stunden wöchentlich) und hatten dementsprechend auch öfter das Gefühl, dass ihr Privatleben zu kurz kommt (40,2 vs. 23,2 Prozent).

Die Forscher um Dr. Tait Shanafelt von der Mayo Clinic in Rochester bezeichnen ihre Ergebnisse als "alarmierend".

Burn-out schade nicht nur den betroffenen Ärzten, sondern auch der Versorgungsqualität. Ursache und Lösungsmöglichkeiten der Probleme seien in den Strukturen des Gesundheitssystems zu suchen.

Auch in Deutschland hatte 2010 eine Umfrage der sächsischen Landesärztekammer unter 2500 Ärzten eine hohe Rate an Burn-out-Symptomen ergeben.

Trotzdem schienen die befragten Ärzte mehrheitlich zufrieden mit ihrem Job und gaben vielen Aspekten ihres Berufs Bestnoten.

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