Leitartikel

Zündstoff für die Antipsychotika-Therapie

Überraschends Ergebnis einer Sieben-Jahres-Studie: Wird bei Patienten nach einer erfolgreich behandelten ersten Psychoseepisode die Medikation reduziert oder abgesetzt, geht es ihnen Jahre später deutlich besser als mit einer zweijährigen Dauermedikation.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Sollten nach einer erfoglreichen Behandlung einer ersten Psychoseepisode die Medikamente reduziert werden? Ein Studie hat dafür positive Hinweise geliefert.

Sollten nach einer erfoglreichen Behandlung einer ersten Psychoseepisode die Medikamente reduziert werden? Ein Studie hat dafür positive Hinweise geliefert.

© Jet Chen Ten / iStockphoto

Neu-Isenburg. Was der niederländische Psychiater Lex Wunderink und seine Mitarbeiter von der Universität Groningen veröffentlicht haben, birgt jede Menge Zündstoff: Offenbar scheint eine zweijährige Dauertherapie mit Antipsychotika Patienten nach einer ersten psychotischen Episode mehr zu schaden als zu nutzen (JAMA Psychiatry 2013; online 3. Juli).

In vielen Leitlinien wird aber empfohlen, nachdem die Patienten in Remission gebracht wurden, für mindestens ein Jahr weiterzubehandeln. Sollte Wunderink recht haben, müssten die Leitlinien überarbeitet werden.

Die Arbeit ist auch ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt, das Schicksal von Patienten länger als nur die wenigen Monate zu beobachten, in denen sie an einer Studie teilnehmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein kurzfristiger Erfolg einer Therapie langfristig mit einer schlechteren Prognose einhergeht. Ähnliche Beispiele lassen sich auch in der Onkologie finden.

Jetzt gleich lesen ... Jetzt gleich lesen ...

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Neue Ansätze zur Behandlung seltener Krankheitsbilder

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Entwicklungen in der Therapie neuromuskulärer Erkrankungen

Neue Ansätze zur Behandlung seltener Krankheitsbilder

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!