Ärzte Zeitung, 03.12.2014

Kommentar zu psychisch Kranken

Keine Gleichbehandlung

Von Beate Schumacher

Es ist ein unschöner Verdacht: Psychisch kranke Menschen würden von Ärzten diskriminiert. Anhaltspunkte dafür stammen aus Untersuchungen in Kanada und Australien.

Danach bleiben Diagnostik und Therapie von KHK und Krebs bei Menschen mit psychiatrischen Diagnosen hinter dem sonstigen Standard zurück. Insofern könnte es auch den Ärzten angelastet werden, wenn die Lebenserwartung von psychisch Gesunden und psychisch Kranken immer weiter auseinanderdriftet.

Entlastend wirken aktuelle Registerdaten aus Schweden: Dort erhalten Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen nach einem Herzinfarkt dieselbe Akuttherapie und Sekundärprävention wie psychisch Gesunde - und haben trotzdem schlechtere Überlebenschancen.

Das beweist natürlich nicht, dass die Versorgung andernorts ebenfalls unterschiedslos ist.

Es macht aber klar, dass die miserable Prognose von psychisch kranken Patienten entscheidend von anderen Ursachen abhängt, etwa der Therapieadhärenz oder Psychopharmaka-Nebenwirkungen - und dass psychisch Kranke als internistische Patienten wahrscheinlich mehr brauchen als eine bloße Gleichbehandlung.

Lesen Sie dazu auch:
Bei psychisch Kranken: Herzinfarkt ist öfter tödlich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Schnelltests - meist ein Fall für die GOÄ

Schnell und medizinisch sinnvoll – aber von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht bezahlt: Laborschnelltests liegen im Trend. Für Hausärzte sind sie oft auch eine Selbstzahler-Option. mehr »