Direkt zum Inhaltsbereich

Hamburg

Pilotprojekt zur Versorgung psychisch Kranker startet

Patienten mit Depressionen, Psychosen, Ängsten und Persönlichkeitsstörungen sollen in vier neuen Einrichtungen in Hamburg versorgt werden. Laut Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks setzt das Modell Maßstäbe.

Veröffentlicht:

HAMBURG. Vier neue Zentren sollen eine wohnortnahe, ambulante psychiatrische Versorgung in Hamburg ermöglichen.

Betreiber der Einrichtungen unter dem Namen "Zentrum für seelische Gesundheit" ist der Klinikkonzern Asklepios, der das Konzept gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde und den Kostenträgern entwickelt hat.

Die vier Einrichtungen in den Stadtteilen Horn, Steilshoop, Osdorf und Neugraben integrieren eine Tagesklinik und eine psychiatrische Institutsambulanz.

Sie richten sich an Menschen, die unter seelischen Problemen leiden, in eine akute Lebenskrise geraten sind oder wegen einer psychischen Erkrankung Unterstützung und Behandlung benötigen.

Depressionen, Psychosen, Ängste

Zum Spektrum der behandelbaren Erkrankungen zählen Depressionen, Psychosen, Ängste, Persönlichkeitsstörungen.

Für Abhängigkeitserkrankungen verweisen die Mitarbeiter auf andere Einrichtungen. Psychiater, Psychologen, Therapeuten, speziell geschulte Pflegekräfte und Sozialpädagogen stehen zur Unterstützung zur Verfügung. Kurze Wege und schnelle Termine im Fokus

Die Zentren sollen kurze Wege und schnelle Behandlungstermine ermöglichen. Die Teammitglieder in den Stadtteileinrichtungen sprechen verschiedene Sprachen.

Damit kann auch psychisch Kranken mit Migrationshintergrund gezielt geholfen werden. Außerdem halten die Einrichtungen einen eigenen Notdienst vor.

Die Kostenträger erwarten, dass die ambulanten Zentren zu einem Rückgang der stationären Einweisungen oder zu verringerten Verweildauern beitragen können.

Stationäre, teilstationäre, ambulante und auch aufsuchende Maßnahmen sollen verzahnt werden.

Dr. Thomas Wolfram, Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, sprach von "lückenlosen Versorgungsketten und passgenauen Angeboten", die speziell auf die Erfordernisse der jeweiligen Stadtteile abzielen sollten.

Die ambulante Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist in Deutschland noch außergewöhnlich. Asklepios sieht die Hansestadt hierbei in einer Vorreiterrolle, die auch Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) begrüßt.

"Die Zentren haben durch ihre stadtteilbezogenen Konzeption Modellcharakter und sind eine gute Ergänzung zu den bereits bestehenden, vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten in Hamburg", sagte Prüfer-Storcks.

Zentren passen in Strategie

Zugleich passen die Zentren in die von der Behörde auch für andere Bereiche wie etwa Betreuung von Pflegepatienten verfolgte Strategie, Gesundheitsangebote seltener zentral, und stattdessen wohnortnah in Quartieren und Stadtteilen zu etablieren.

 Die Gesundheitsbehörde förderte die Ausstattung in den Zentren mit 227 000 Euro. (di)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Keine Alternative verfügbar

Japanische Enzephalitis: Lieferengpass bei Impfstoff

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Schmerzen im Unterleib: HWI werden künftig nach Krankheitszeichen klassifiziert.

© Science Photo Library

Neuklassifikation

Unkomplizierte und komplizierte Harnwegsinfektion? Das war einmal!

Jemand richtet eine Lupe auf die Abbildung eines menschlichen Herzes.

© valiantsin suprunovich / Getty Images

Erkrankung des Herzmuskels

Magnetokardiographie zur Kardiomyopathie-Diagnostik?