Ärzte Zeitung, 14.07.2016

Metakognitive Therapie

Neuer Ansatz zur Behandlung bei Zwangsstörungen

LEIPZIG. Zwangsstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Erwachsenen. Eine neue Therapiemethode wird zur Zeit an den Universitäten Leipzig und Marburg erforscht - die metakognitive Therapie.

Schwerpunkt sei dabei die Veränderung von krankheitstypischen Annahmen und Verhaltensweisen. Spezielle Therapietechniken werden angewendet, um den Betroffenen eine Distanzierung von eigenen belastenden Gedanken zu ermöglichen, teilt die Universität Leipzig mit.

In einer ersten Untersuchung von Wissenschaftlern der Unis in Leipzig und Marburg seien beachtliche Therapierfolge nach kurzer Therapiedauer erzielt worden. "Unsere Ergebnisse sprechen für eine vergleichbare, gute Wirksamkeit beider Therapieformen - die metakognitive Therapie war in der Pilotstudie genauso erfolgreich wie die klassische Konfrontationstherapie und brauchte dafür weniger Therapiezeit", wird die Psychotherapeutin Professor Cornelia Exner von der Uni Leipzig zitiert.

Als alternativer oder ergänzender Behandlungsansatz für Zwangserkrankungen erscheine die metakognitive Therapie daher zwar vielversprechend, müsse aber noch weiter untersucht werden, so Exner. (mmr)

Für eine Behandlungsstudie, in der die metakognitive Therapie neben der Konfrontationstherapie näher untersucht werden soll, sucht die Universität Leipzig noch Teilnehmer. Ansprechpartnerin: Dr. Alexandra Kleiman, E-Mail: alexandra.kleiman@uni-leipzig.de

[15.07.2016, 12:51:45]
Detlef Bunk 
Die Crux neuer Therapien
Die Crux neuer Therapien

Bei neuen Therapien und Behandlungsformen auf dem Gebiet der Psychotherapie wurde stets beobachtet: Am Anfang große Wirksamkeit und viele Erfolge; nach kurzer Zeit nicht besser als die Standardverfahren. Letztendlich entscheiden die fünf Allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie nach Grawe (1994, 2005).

Dr. phil. Detlef Bunk
Dipl. Psych., PP, KJP
ESSEN

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »