Ärzte Zeitung, 27.02.2004

Sind Patienten im Wachkoma stark depressiv?

MÜNCHEN (wst). Möglicherweise haben Wachkoma-Patienten Depressionen mit seelischen Höllenqualen, ohne daß sie sich aktuell mitteilen oder später daran erinnern können.

Dies hält der niedergelassene Psychiater Privatdozent Albert Zacher aus Regensburg für möglich. Zacher stützt sich dabei auf Beobachtungen, wonach Wachkoma-Patienten oft eine ähnliche Mimik wie stark depressive Patienten haben.

Bislang gebe es aber keine Möglichkeit, Depressionen bei solchen Patienten eindeutig zu erkennen, sagte Zacher bei einer vom Unternehmen Hexal unterstützten Veranstaltung in München. So sind beispielsweise keine typischen EEG-Muster bekannt, die einen seelisch leidenden Wachkoma-Patienten identifizieren könnten.

Methoden, Depressionen bei Wachkoma-Patienten zu diagnostizieren, müßten noch entwickelt werden. Es sei daher zu überlegen, ob nicht schon auf Verdacht eine Behandlung der Patienten mit Antidepressiva gerechtfertigt ist, sagte der Psychiater aus Regensburg.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »