Ärzte Zeitung, 01.06.2004

Neues Antidepressivum wirkt auch gegen Schmerzen

Duloxetin wird geprüft / Remissionsrate von 56 Prozent

MÜNCHEN (sto). Etwa 70 Prozent der depressiven Patienten nennen beim Arzt ausschließlich körperliche Beschwerden. Oft werde über Schmerzen in Kopf, Bauch oder Brust oder über Verspannungen berichtet, so Professor Gerd Laux vom Bezirksklinikum Gabersee.

Eine rasche Abnahme der körperlichen Symptome kann offenbar die komplette Remission einer Depression begünstigen, berichtete der Neurologe bei einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim und Lilly in München. So sei die Remissionsrate depressiver Patienten, die auf eine Schmerzbehandlung ansprechen, doppelt so hoch wie für Patienten, die nicht darauf ansprechen.

Wichtig bei der Verarbeitung von Schmerzen und bei depressiven Symptomen sind die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin. Das in der klinischen Prüfung befindliche Antidepressivum Duloxetin beeinflußt als selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer beide Neurotransmitter, erklärte Laux. Die Bindungsaffinität von Duloxetin zu Rezeptoren, die die serotonerge und die noradrenerge Wiederaufnahmehemmung vermitteln, sei gleich stark.

Mit Duloxetin können sowohl die psychischen Symptome als auch die körperlichen Beschwerden (besonders Schmerzen) gebessert werden, sagte Laux. Die damit in Studien erzielten Remissionsraten von 56 Prozent bezeichnete er im Vergleich zu den bisher verfügbaren Therapien als ein sehr gutes Ergebnis.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »