Ärzte Zeitung, 30.05.2005

Neue Therapiedaten zu Älteren mit Depression

Duloxetin wirkt bei über 65jährigen sowohl antidepressiv als auch angstlösend

ATLANTA (ner). Zur Behandlung alter Menschen mit dem neuen Antidepressivum Duloxetin (Cymbalta®) lagen bislang nur unzureichende Erfahrungen vor. Jetzt sind bei über 65jährigen Patienten außer antidepressiven Effekten auch angstlösende Wirkungen des Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmers nachgewiesen worden sowie eine verbesserte Kognition.

207 Patienten mit schwerer Depression im Alter von im Schnitt 73 Jahren hatten täglich 60 mg Duloxetin erhalten, 104 Patienten Placebo. Das berichtete Dr. Joel Raskin vom Unternehmen Eli Lilly beim Jahreskongreß der American Psychiatric Association (APA) in Atlanta. Wie in den Zulassungsstudien gingen mit Duloxetin innerhalb eines Monats die Depressions-Symptome signifikant zurück, gemessen anhand der Hamilton-Depressionsskala (HAMD-17). Bestätigt wurden diese Befunde durch einen speziellen geriatrischen Depressions-Punktwert.

Angst erschwert die Behandlung depressiver Patienten und erhöht die Selbstmordgefahr. Etwa die Hälfte aller Patienten mit schwerer Depression zeigen Symptome einer Angststörung. In der Studie kam es mit Duloxetin zu einer signifikanten Reduktion der Angstsymptome, die ebenfalls mit der HAMD-17 erfaßt worden waren.

Weiterhin hätten sich die Gedächtnisleistungen der Patienten in der Verum-Gruppe sowie die verbale Lernfähigkeit verbessert, so Raskin bei einer Veranstaltung von Eli Lilly und Boehringer Ingelheim. Schmerzen, die mit Depression assoziierte waren, gingen ebenfalls zurück, was die Daten aus den Zulassungsstudien bestätigt (wir berichteten).

Wichtigste unerwünschte Wirkung von Duloxetin war die Mundtrockenheit (bei 14,5 Prozent). Andere unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Obstipation oder Schwindel traten nicht häufiger auf als unter Placebo.

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