Direkt zum Inhaltsbereich

Obstipation: Depressionen können Ursache sein

DÜSSELDORF (grue). Sieben von zehn depressiven Patienten gehen nach den Ergebnissen einer internationalen Studie zunächst wegen körperlicher Beschwerden zum Arzt. Häufig geklagt wird etwa über schlecht zu lokalisierende Schmerzen, Verdauungsprobleme und Schlafstörungen.

Veröffentlicht:

Der Verdacht auf eine Depression liegt nahe, wenn Patienten zum Beispiel wiederholt die Praxis wegen diffuser Schmerzen aufsuchen, aber keine auffälligen organischen Befunde haben und auf Nachfrage über weitere unspezifische Beschwerden klagen. Das sind nach Angaben von Professor Tilmann Wetterling aus Berlin-Hellersdorf besonders oftKopfschmerzen, Rückenprobleme oder Verstopfung. Wegweisend sind auch Schlafstörungen.

"Depressive Menschen haben Probleme mit dem Einschlafen, weil sie sich mehr als andere um ihre Zukunft und Gesundheit sorgen", so Wetterling. Auch bei Aussagen wie "Ich komme morgens nicht in die Gänge" oder "Ich bin so schwunglos" sollte an das Vorliegen einer Depression gedacht werden. Den Grund dafür suchen die betroffenen Patienten meist in somatischen Krankheiten. Der Gedanke an eine Depression liegt ihnen fern, weil sie sich nicht ausgesprochen "traurig" fühlen.

"Die Depression ist eine komplexe Krankheit, die sich für die Patienten hinter einer Reihe von untypischen Beschwerden verstecken kann", sagte der Berliner Psychiater. Im Verlauf der Erkrankung komme es aber meist zu einer Gefühlsverflachung, die dann auch für die Betroffenen offenkundig sei.

"Mir ist alles egal", heißt es dann, oder "das bingt sowieso nichts". Verfestigen sich solche Einstellungen, ist nach Angaben von Wetterling der Erfolg jeglicher Therapie gefährdet, weil die Patienten sich häufig völlig zurückziehen und die Behandlung abbrechen.

Schwere Depressionen sind einer der häufigsten Gründe für Selbsttötung, erinnerte der Psychiater. Werden Selbsttötungsgedanken offen ausgesprochen, sollte sich der Patient möglichst stationär behandeln lassen. Ein suizidgefährdeter Patient habe meist große Schuldgefühle, in die er sich mitunter wahnhaft hineinsteigere. Eine solche Psychose erfordere eine längere facharztliche Betreuung, sagte Wetterling.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern mit Vorerkrankungen

Hornhautinfektion durch Pilze

Pilzkeratitis: CRISPR-Test hilft bei unklaren Verdachtsfällen

Lesetipps
Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Eine Illustration zeigt, wie mittels einer Spritze ins Auge gestochen wird.

© Asset Arc / stock.adobe.com / generated AI

Neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration

Anti-VEGF-Injektionen: Versäumte Termine kosten nAMD-Patienten wohl Sehschärfe