Sonntag, 23. November 2014
Ärzte Zeitung, 27.11.2007

Antidepressivum wirkt ohne Gewichtszunahme

BERLIN (mut). Sedierung, Gewichtszunahme, eine Störung der sexuellen Funktion - das ist bei einigen Antidepressiva oft ein Problem. Mit Bupropion nehmen die Patienten dagegen sogar eher ab. Aufgrund seiner dopaminergen Wirkung eignet sich die Arznei auch gut für Depressive mit RLS oder M. Parkinson.

Typische serotonerge Wirkungen wie gastrointestinale Symptome oder sexuelle Funktionsstörungen seien mit Bupropion (Elontril®) nicht vermehrt zu beobachten. Darauf hat Professor Göran Hajak vom Bezirksklinikum Regensburg beim DGPPN-Kongress in Berlin hingewiesen. Auch eine Gewichtszunahme sei mit dem Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer nicht zu befürchten, sagte Hajak auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline. Ganz im Gegenteil: Offenbar nehmen Patienten bei der Therapie mit der Arznei eher ab. Hajak nannte Daten einer Studie, in der über 1000 depressive Patienten ein Jahr lang entweder Bupropion oder Placebo erhielten. Mit Placebo nahm das Gewicht in dieser Zeit leicht zu, mit Bupropion hatten die Patienten nach einem Jahr im Schnitt etwa 2 kg abgenommen.

Aufgrund seiner antriebssteigernden Wirkung sei das Medikament besonders für Patienten geeignet, die es morgens kaum aus dem Bett schaffen und die sich tagsüber müde und erschöpft fühlen. Seine dopaminerge Wirkung mache es aber auch für Patienten mit Parkinson und RLS interessant. Es gebe gute klinische Erfahrungen bei Parkinsonpatienten, auch wenn manche Experten bezweifeln, dass die Dopamin-Wiederaufnahme-Hemmung bei einem degenerierten dopaminergen System, wie es bei Parkinson vorliegt, viel nützen könne. Gute Erfahrungen gebe es auch bei RLS-Patienten: Hier würden viele Antidepressiva die Symptome verstärken, mit Bupropion ließen sie sich dagegen gut lindern, so Hajak.

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Obamacare: Das hat die Reform für US-Familien gebracht

Wird alles besser mit Obamacare? In Washington State im Nordwesten der USA hat die "Ärzte Zeitung" bei Familien nachgefragt, ob und wie sich das neue Krankenversicherungs­system auf ihr Leben auswirkt. mehr »

Schneller zum Arzt: TK füllt Ärzten den Terminkalender

Die geplanten Termin-Servicestellen sind Ärzten ein Dorn im Auge. Jetzt geht die Techniker Krankenkasse mit einem eigenen Vorschlag voran, der Patienten schneller einen Termin vermitteln soll. Für Ärzte bietet die Kasse Sonderkonditionen an. mehr »

Entwarnung in Hamburg: Ebola-Verdachtsfall bestätigt sich nicht

Nachdem ein Jugendlicher in einer Hamburger Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge Medienberichten zufolge typische Ebola-Symptome gezeigt hatte, gibt es nun Entwarnung: Der Teenager ist nicht mit dem tödlichen Virus infiziert. mehr »