Ärzte Zeitung, 21.10.2009

Fatales Duo: Herzinfarkt und schwere Depression

Persistierende Depression verkürzt Lebenserwartung nach Herzinfarkt

NEW YORK (mut). Schwere Depressionen nach einem Herzinfarkt sind ein Alarmzeichen: Bekommen Ärzte das Stimmungstief nicht rasch in den Griff, schmälert dies die Lebenserwartung der Patienten.

zur Großdarstellung klicken

Auf Herzinfarkt folgt oft ein Stimmungstief.

Foto: E. Rawald ©www.fotolia.de

Auf den Herzinfarkt folgt oft die Depression: Etwa jeder fünfte Infarktpatient erkrankt innerhalb weniger Wochen nach dem Ereignis, und diese Patienten haben bekanntlich ein deutlich höheres Risiko, in den folgenden Monaten zu sterben, als Infarktpatienten ohne Depression. Eine neue Studie zeigt nun, dass eine Depression nach einem Herzinfarkt auch langfristig die Lebenserwartung senkt - vor allem bei lang anhaltender und schwerer Depression.

An der Studie SADHART hatten 369 depressive Herzinfarkt-Patienten teilgenommen. Sie wurden sechs Monate lang mit Sertralin oder Placebo behandelt und insgesamt knapp sieben Jahre lang weiter untersucht (Arch Gen Psych 1022, 2009, 66).

In dieser Zeit starben 20 Prozent der Patienten. Bei Patienten, die nach dem Infarkt eine relativ schwere Depression hatten (HAMD-Wert über 18), starben 26 Prozent, das waren mehr als doppelt so viele wie mit leichter Depression (11,6 Prozent). Noch stärker hing die Sterberate jedoch vom antidepressiven Therapieerfolg ab: Ging die Depression rasch zurück - unabhängig, ob mit Placebo oder Sertralin - starben innerhalb von sieben Jahren nur 15,6 Prozent, persistierte sie im Therapiezeitraum von sechs Monaten, waren es 28,4 Prozent.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »